„Sie lesen Stellen, sie lesen nicht den Text“, sagte der Vorübergehende zum Zuträger der üblen Nachrede, „sie durchwühlen mit dem Computer megabyteweise den Text, bis sie ein geeignetes Triggerwort gefunden haben, um es schön als ‚Beweis‘ präsentieren zu können, damit es geglaubt werde. Sie reden von der Gerechtigkeit, aber ihr Tun ist voll des ungerechtesten und feigsten Rufmordes, und um den Mob auch ja gut zu steuern, legen sie gleich noch in Nachäffung geheimdienstlicher Tätigkeit ein kleines Dossier dazu, das im Wesentlichen einigen Google-Suchen entspricht, damit der Mob direkt reagieren kann und nicht erst umständlich suchen, lesen und bewerten muss, was vielleicht die Nachdenklicheren von dummen Taten abhalten würde. Das mit den Buchstaben, die Laute festhalten, haben sie wohl verstanden, aber das mit dem Sinn nicht. Deshalb können sie nicht lesen, und sind wie funktionale Analphabeten darauf zurückgeworfen, Stellen anstelle des Textes zu lesen — und bei alledem fühlen sie sich wie eine intelligente und wissende Elite, die eine übermenschlich wichtige Sache voranbringt, was der narzisstischen Pflege ihres Gewissens sehr entgegenkommt. Wenn sie sich doch nur einmal im Spiegel betrachten könnten, damit sie sehen, zu was sie geworden sind! Ich glaube, um diesen unerfreulichen Blick und diese Reflexion zu vermeiden, suchen sie nach immer abstruseren Sprachverbrechen bei anderen Menschen“.