Als der Vorübergehende von einem Zeitgenossen gefragt wurde, was er glaube, warum er bei so vielen, untereinander sehr verschiedenen Menschen so beliebt und gerngesehen sei, obwohl er doch so völlig anders als die meisten Menschen lebt, antwortete der Vorübergehende: „Ich suche bei jedem Menschen, mit dem ich es zu tun habe, zunächst das Gemeinsame in unserer Einsicht, Lebenserfahrung und Träumerei, nicht das Trennende — denn das Trennende findet sich von allein und trennt, ohne dass es besonderer Mühe bedürfte. Wer das ganze Leben als Kampf betrachtet, kämpft sein Leben lang mit aller Kraft seiner Psyche einen kalten, verzehrenden und sinnlosen Kampf, hat aber keine Kraft für die not-wendigen Kämpfe gegen die fressende Kälte; wer aber das ganze Leben als intellektuell zu bewältigende Aufgabe betrachtet, hat sein Leben lang erhellende, überraschende und sinnlose Einsichten, die den erforderlichen Zynismus um lichtvollen Humor anreichern. Erträgliche Zivilisation und erfreuliches Miteinander entstehen dort, wo die Psyche geächtet und der Verstand gefördert wird. Und Vernunft zeigt sich im Menschen, der solche Orte sucht und andere Orte meidet, denn der tierhaft-ernste Hordentrieb ist viel zu geistlos, um eine Heimat für fühlende und denkende Menschen zu sein“.