Der Satire steht ein Recht auf Übertreibung zu, damit in ihrem Zerrspiegel die Doppelmoral, Lüge, Frechheit, Gier und Dummheit nur um so deutlicher werden, sehr zur Erheiterung aller, die diese Zustände in ihrem Alltag mittragen. Nach so viel lustvollem Lachen über alles, was einem das Leben auffrisst, kann man ja gleich damit weitermachen. Aber die Satire hat keine Kraft mehr, wenn ihr Gegenstand in bizarrer Verzerrung, grober Heuchelei, Selbstverherrlichung und völliger Schambefreiung gar nicht mehr übertreibbar ist, wie dies etwa bei der amtierenden Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel der Fall ist. Wo die Satire von ihrem Recht auf Übertreibung keinen Gebrauch mehr machen kann, steht nur noch die kulturell deutlich tieferstehende, würdelose und klare Worte nutzende Benennung und Beschimpfung der Zustände, ihrer Macher und ihrer Profiteure offen, eine Tätigkeit, die beim Schreiber, Sprecher, Leser und Hörer fühlbar weniger Lust, aber dafür leicht Verstörung und Unwillen auslöst, doch selbst darin immer noch ein wenig besser als die Mittäterschaft des Schweigens und Einfach-Weiterfunktionierens ist.

In diesem Sinne applaudiere ich im klatschendem Einklang mit der Bundesregierung und allen Landes-, Bezirks-, Regions- und Stadtregierungen, welche die laufende zweite Corona-Welle vorsätzlich und planvoll hervorgerufen haben, den vielen namenlosen und unterbezahlten Helden der Corona-Pandemie in der Bundesrepublik Deutschland. Freut euch über den Applaus und funktioniert einfach weiter! Und versucht nicht, eure Miete und euren Einkauf ebenfalls mit Applaus zu bezahlen!