Archive for August, 2020


Sonnenschutzfaktor

An heißen heißen Sommertagen stellen die Menschen ihr Auto in den Schatten, aber ihre Haut in die prallste, direkteste Sonne.

Vom Verschwinden

Lächelnd sagte der Vorübergehende in eine Runde von Menschen hinein: „Bei den meisten Menschen ist es so, dass nahezu alles, was ihnen etwas bedeutet, verschwindet, nachdem sie gestorben sind, weil es immer nur in ihrem Kopf stattfand, auf der großen Kinoleinwand der Wahrnehmung, die nun zum Fraß des Gewürms wird. Und bei einigen Menschen ist es so, dass beinahe nichts, was ihnen etwas bedeutet, verschwindet, nachdem sie gestorben sind, weil es nicht in ihrem Kopf stattfand — und jeden dieser Menschen kann man leicht an seinem Humor erkennen, der nicht verletzend, sondern heiter ist“.

„Nein, ich mag diese Geräte in ihrer heutigen Darreichungsform nicht“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „aber keine andere technische Errungenschaft hat so stark dazu beigetragen, dass willkürliche und unverhältnismäßige Gewalt durch Polizeibeamte trotz mangelnden Ermittlungsinteresses der Justiz wenigstens doch manchmal Konsequenzen für die Täter hat, wie diese ‚Smartphones‘ mit ihren jederzeit bereiten Kameras und Mikrofonen in nahezu jeder Tasche“.

Das unheilige Buch

Die Bibel berichtet mehr als hundertmal von durch Gott befohlenem Mord und Völkermord sowie von 600 weiteren Morden und Massenmorden und rund 1000 Zorn- u. Strafaktionen eines blindwütigen Gottes

Peter Fürer, Was die Kirchen verheimlichen

Schaden

„Der Tod“, sagte der Vorübergehende lächelnd, „ist ein bleibender Schaden“.

In das Ihmezentrum geflüstert

„Architektur als Kunst des Bauens“, sagte der Vorübergehende, während er mit seinem Begleiter am Ihmezentrum vorüberging, „beabsichtigt nicht nur einen Schutz des menschlichen Körper vor dem Wetter und der feindlichen Natur, sondern immer auch eine Einwirkung auf den Geist, eine ästhetische Erziehung durch beständiges, lebensbegleitendes Beispiel. Deshalb spiegelt sich in der Architektur jedes Zeitalters das Menschenbild dieses Zeitalters verblüffend gut wider. Es ist allerdings völlig auf das Menschenbild jener Besitzenden reduziert, die für das Errichten und die Ausgestaltung von Gebäuden bezahlen und auf diese Weise für die Nachwelt dokumentieren, wie sie mich und dich und alle anderen Menschen haben wollten und wollen“.

Foto des Ihmezentrums in Hannover-Linden

Mauerbau damals und heute

Die gleichen Gestalten aus der gegenwärtigen Classe politique, die den Beginn des Mauerbaus am 13. August 1961 durch die DDR-Regierung mit so deutlichen, aber auch recht preiswerten Worten als das Verbrechen brandmarken, das er war, haben keine Probleme damit, unter Aufbringung modernerer politischer Schlagwörter wie „Cyber“, „Fake News“ oder „Hate Speech“ immer mehr und möglichst willkürliche Zensur im Internet zu fordern und zum privatwirtschaftlich durchgesetzten öffentlichen Rechtsmaßstab ohne Rechtsbehelfmöglichkeit für davon betroffene Menschen zu machen, scheiß auf die Menschenrechte, damit der moderne „antifaschistische Schutzwall“ in jedem Kopf entstehe; damit kein unbedachtes und sorgsam abgewogenes Wort mehr kommuniziert werde, sondern alles stets gegen mögliche Interpretationen dummer Zensoren oder „künstlicher Intelligenzen“ abgewogen wird, die zwar Stellen „lesen“, aber keinen Text verstehen können. Die moralische Bankrotterklärung des „real existierenden Sozialismus“ durch Einsperren der eigenen Bevölkerung, um sie am Weglaufen zu hindern, spiegelt sich durch den Dunst der Jahrzehnte wider, und zwar in der nunmehr erreichten Zukunft des Einundzwanzigsten Jahrhunderts als die moralische Bankrotterklärung der „Demokratie“ des wirtschaftsfaschistischen Parteienstaates durch geistiges Einsperren der Bevölkerung, um sie an unerwünschten Gedanken zu hindern, wobei der größte Unterschied immer noch darin besteht, dass die Mauertoten nicht obszön offen sichtbar im Niemandsland zwischen zwei Staaten ausbluten, sondern vom staatlich geforderten und geförderten Terror der so genannten „Jobcenter“ in den Freitod getrieben werden, isoliert, einsam, still und unbeachtet von den wie beamtet staatsfromm auftretenden Journalisten im Lande, in dem „wir“ gut und gerne leben. Und über allem schwebt das zur Raute aus Blei gewordene symbolische Bild der mit den Händen geformten Vulva der Genossin Angela und ihrer verachtenswerten Komplizen in der gesamten Classe politique.

Der Triumph des Glaubens

„Es besteht kein Grund zur Hoffnung“, sagte der Vorübergehende zum hoffnungslos Hoffnungsvollen, „denn bislang hat immer noch der irrationale und leicht manipulierbare Glaube der Massen über die Vernunft von Wenigen gesiegt. Niemand, der etwas bewirkte, hat sich hierzu an den Verstand der Menschen gewandt, und jeder, der sich an den Verstand der Menschen wendet, ist schon nach kurzer Zeit vergessen, wenn er überhaupt wahrgenommen wird. Die meisten Menschen haben es gar nicht verdient, dass ihre Vorfahren von den Bäumen heruntergekommen sind, so sehr sind sie verhaftet in ihrer tierhaften, dummen, mechanischen Psyche“.

Hassquell

Es lässt sich in leider in jeder gesellschaftlichen Schicht beobachten, aber deutlich und unverkleidet bei den Armen und Ausländern: Menschen, die sich aus nachvollziehbaren Gründen wünschen, dass man sie respektiert, aber dabei nicht wissen, dass jeder Respekt vor allem in der Persönlichkeit und Leistung des Respektierten wurzelt, sorgen beim Ausbleiben des Respektes leider oft dafür, dass man ersatzweise wenigstens Angst vor ihnen hat — und werden deshalb von anderen Menschen gehasst und nicht respektiert.

Krankheit

Die gesamte Krankheit der gegenwärtig reichen Zivilisationen besteht in ihrer traurigen und deprimierenden Unfähigkeit, menschliche Grundbedürfnisse über wirtschaftliche und industrielle Forderungen zu stellen.

Die Sinnlosen

Der Gläubige, der fragt „Wenn es G’tt nicht gäbe, welchen Sinn hätte mein Leben dann noch?“ gleicht dem Sklaven, der „Wenn es meinen Herrn und Besitzer nicht gäbe, welchen Sinn hätte mein Leben dann noch?“ fragt.

Kein knappes Gut

Ein Journalismus, der nicht mehr Tatsachen, Erklärungen zu Hintergründen und richtige Rechercheergebnisse, sondern Meinung vermarktet, ist genau so zum Bankrott verurteilt wie ein Händler, der in der Sahara Sand verkaufen wollte. Meinungen sind billig und reichlich vorhanden, jeder Mensch hat mindestens eine zu jedem beliebigen Thema.