Der an sich selbst besoffene Narzisst sagte noch schnell in seinem ideologischen Vollrausch „Die Feder ist mächtiger als das Schwert“, bevor der Henker ihm in gut geübtem Schlag mit dem Schwert den Kopf abhieb. Hinter dem Richtbock verbrannten im flackernden Feuer die vielen Bücher, die wohl niemand gelesen hat, der sie gelesen haben müsste, weil es in aller Mühe des Seins nun einmal müheloseres als Bücher gab. Um das Feuer herum wärmten sich in der Dunkelheit arme Menschen in fabrikneuen Lumpen und ohne persönliche Aussicht an den lodernden Gedanken, von denen nur Asche bleiben sollte. Seine Websites wurden schon längst aus dem Internet entfernt, obwohl sie schon lange niemand mehr gefunden hatte, weil sie keine Brüste, keinen Sport und keine aufregenden Skandale darboten. Schon lange vor der nunmehr offenen Zensur gab es einen Zustand, der nicht nach Zensur ausgesehen hat, sondern nach Bekämpfung von Kriminalität, Desinformation und Hass-Sprache; ein Zustand, der erst einmal unsichtbar machte, was dann um so unbemerkter ausgerottet werden sollte. Der Kopf des Denkverbrechers rollte noch wenige Sekunden über den Feinstaub der Straße, begleitet von den dissonanten Sprechgesängen der Anwesenden: „Wir sind frei! Wir können kaufen!“. Er hinterließ kullernd, aus gruslig anzuschauendem Enthauptungsgesicht, unpassend fröhliche Blutsprenkler auf dem unfruchtbaren Asfalt der autokonformen Welt, und die Erde drehte sich ebenfalls weiter; drehte sich deutlich länger als nur wenige Sekunden auf ihrer himmelsmechanischen Bahn durch einen gefühllosen, kalten, dummen Kosmos einfach nur weiter.