Der Vorübergehende sagte zu seinem politisch bewegten Zeitgenossen: „Zu einem Gespräch gehört immer auch die Haltung, dass der Andere in einigen Punkten recht haben könnte — so unverschämt diese narzisstische Kränkung im Einzelfall auch sein mag. Wo diese Haltung nicht mehr ist, wo die eigene Unfehlbarkeit und Richtigkeit zum Grundton jedes gesprochenen Wortes wird, da handelt es sich nicht um ein Gespräch, sondern um eine sehr spezielle Karikatur eines Gespräches: Um das Missionsgespräch eines Fanatikers. Kaum jemand von gesundem Geiste mag sich das lange anhören. Und wenn es aufgedrängt oder gar aufgezwungen wird, empfindet dies beinahe jeder Mensch als Gewalt. Doch genau zu diesem Aufdrängen oder gar Aufzwingen von fanatischen Missionsgesprächen, genau dazu ist die gesamte politische Kommunikation geworden“.