Wenn man Journalist ist und den Menschen aus dieser Position die Welt erklären will, dann kann man so etwas wie Organisierte Kriminalität zusammen mit massenhaftem und gewerbsmäßigem Betrug zum Schaden der eigenen Kunden und Steuerhinterziehung natürlich auch mit einem geradezu frivol anmutenden Wort wie „Affäre“ bezeichnen.

Das ist nicht verboten. Und irgendwie muss man es ja nennen, wenn man nicht zu so einem völlig angemessenen Wort wie „Kriminalität“ greifen mag.

Wenn man ein fühlender und denkender Mensch ist und diese gewollt unterschwelligen, aber in der Tat offensichtlichen und intelligenzverachtenden Bezeichnungen Organisierter Kriminalität durch Journalisten wahrnimmt, stellt man dabei allerdings fest, dass der Journalist seine Leser und Hörer mit vorsätzlich manipulativer Wortwahl beeinflussen, verblenden und letztlich belügen will — und dass sich die großformatigen Anzeigen in den journalistischen Produkten auf die ekelhaftest denkbare Weise völlig nahtlos in den redaktionellen Teil einfügen und ein Produkt aus einem Guss ergeben.

Jene, die das Wort „Lügenpresse“ so energisch zurückgewiesen haben, sind keine Wahrheitspresse.