Fakten, Fakten, Fakten…

Aus einer frühen Reklame für das „Nachrichtenmagazin“ Focus

Einer dieser aufdringlichen, modernen Kampfbegriffe des gegenwärtigen Etablissments hat bei mir schon vollständige Wirkung entfaltet und wird von mir genau so behandelt wie der prolle, unsinnige Nazivergleich, der ihm in seinem dumpfen Schimpf übrigens recht nahe steht, so gut das auch hinter der rationalisierenden Fassade dieses Unwortes der Jetztzeit versteckt werden soll: Jedes Mal, wenn ich aus Feder oder Mundwerk eines Journalisten, Politikers, Soziologen oder sonstigen Volksbeeinflussers das analyseverneinende Wort „postfaktisch“ zur Bewertung jeweils unerwünschter Meinungen, Einlassungen, Geschehnisse und Lügen lese, höre ich auf der Stelle mit meiner Lektüre auf und wende mich etwas Erfreulicherem zu. Zum Glück gibt es davon noch genug.

Nichts gegen manipulative Propagandaversuche, alle versuchen so etwas manchmal… aber so plump, in ihrer ständigen Reproduktion einfallslos und in ihrer Darbietung intelligenzverachtend müssen sie doch nicht sein. Zeige mir doch mal einer, der das „postfaktische Zeitalter“ so demonstrativ, triumphierend und lächerlich im Munde trägt wie der Pfaffe die Monstranz mit der laschschmeckenden Hostie vor sich her, wo und wann dieses in solchem Sprech implizit behauptete „faktische Zeitalter“ war! Am Ort und in der Zeit meines Lebens war das jedenfalls nicht. Und zwar. Nirgends.

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