Egal, ob es ein religiös oder ideologisch verblendeter Mensch ist, der so redet; gleich, ob es ein Therapeut, Sozialarbeiter, Arzt, Werber, Journalist, Politiker oder Nachbar ist, der sich zu derartiger Unverschämtheit hinreißen lässt: So lange die Menschen es nicht gelernt haben, auf die Ansage „Ich weiß besser als du selbst, was für dich gut ist, und deshalb solltest/musst du…“ mit einer spontanen Ohrfeige oder doch wenigstens angemessen ätzender Ironie zu reagieren, so lange besteht keinerlei Aussicht auf ein Ende der Herrschaft von Verantwortungslosigkeit, Verblendung und Dummheit. Die kleine Geste der Kleingeistigkeit ist schon längst zur großen Menschenverachtung der Großkopferten herangewachsen, ohne dass sich jemand so sehr daran störte, dass die Obszönität untragbar zu werden drohte; niemand nimmt mehr deutlich fühlbar Anstoß daran, wenn korrupte Kurprinzen aus einer Parteienoligarchie, die mit einem monatlichen Einkommen von über 9.000 Euro versorgt sind (Abgeordnete des Deutschen Bundestages) sich darüber einig werden, dass anderen Menschen 404 Euro im Monat (Hartz IV) zum Leben ausreichen. Menschen. Die sich die Fremdbestimmung widerstandslos bieten lassen, haben die ihnen zum Schein angebotene Freiheit schon längst für eine Handvoll Bequemlichkeit, Angstabwehr und Sicherheit veräußert und sind, wenn sie nur ihre persönliche Verantwortung für die von ihnen geschaffenen Zustände gut genug verdrängen können, allzugern bereit, ganz ohne oder zu geringwertigem Lohn daran mitzuarbeiten, dass jeder immer noch unbeugsame Mensch zu dieser Selbstveräußerung gezwungen werde, und sei es mit grober, mit mörderischer Gewalt. Über der Pforte, die in die Freiheitsvernichtungslager des modernen Faschismus führt, stehen die gleichermaßen hehr tönenden wie leer seienden Worte „Sozial ist, was Fremdbestimmung schafft“ geschrieben, und. Wer durch diese Pforte eingeht, lasse alle Hoffnung fahren!

Gruß an N.

Advertisements