Stellt euch mal vor, dass alles, was ihr zusammen mit den meisten anderen Menschen über bestimmte kulturell und sprachlich weit entfernte Regionen der Welt aus Presse und Glotze zu wissen glaubt, nichts weiter als die frei erfundenen Geschichten eines begabten Erzählers sein könnten, dem es gelang, zunächst Redaktionen und später sogar Gerichten seine Erzählungen als journalistische Recherche zu verkaufen¹! Was könnte das nicht für Folgen haben:

Auch das Oberlandesgericht Stuttgart, das im März 2015 den Dschihadisten Ismail I. und zwei Komplizen für viele Jahre ins Gefängnis schickte, stützte seine Entscheidung auf die Aussage des Journalisten. In seinem Urteil lobte der Senat den Zeugen als „sehr gut informiert“ und pries die „hohe Qualität der Angaben“.

¹Dauerhaft archivierte Version des Artikels auf Spiegel Online.

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