„Ich schaue mir keine Filme an“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, der ihm erzählte, wie er sein Geld im Kino ausgibt. „Es wäre Verschwendung von Lebenszeit. Bei den meisten Filmen, die ich zu schauen versucht habe, wusste ich nach lediglich zehn Minuten die gesamte folgende Handlung und war dementsprechend gelangweilt, zumal auch die vielleicht noch interessanten Einzelheiten weitgehend den erwartungsgemäßen Cliches entsprochen haben. Das Kino hat sich immer noch nicht vom Korsett freigemacht, das es einst vom Theater übernommen hat¹, sondern schnürt es fester und fester zu, bis es beinahe tot ist; die immer aufwändigeren Effekte, die an der Psyche des Betrachters zu zerren suchen, können über dieses eingeschnürte Gestorbensein nicht hinwegtrösten“.

¹Es gab allerdings zwischendurch, in der Zeit zwischen 1960 und 1990, ein durchaus beachtliches Aufbegehren, diesem Korsett zu entkommen — so dass alle halbwegs sehenswerten Filme schon recht alt sind.

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