Die Politiker, die angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen ihrer „Sorge vor dem Rechtsruck“ Ausdruck verleihen, kommen mit dieser Sorge zwei Jahrzehnte zu spät, denn der „Ruck“ ist ein seit Jahren laufender Prozess, zusätzlich angetrieben von Hartz-Fear-Massenverarmung mit mies bezahlter Arbeit auf staatlich subventionierten Elendsarbeitsstrichs, politisch gewolltem, in verrottenden Gebäuden verabreichtem Bildungsnotstand, persönlicher Aussichtslosigkeit eines fast jeden Menschen in der BRD, der noch eine Zukunft vor sich hat, sowie einer zusätzlich für jeden wachen Betrachter völlig offensichtlichen und in ihren Einseitigkeiten und Lügen immer unverschämter werdenden, wie gleichgeschaltet anmutenden Propaganda in Glotze und Presse. Es ist ja auch gar nicht die wirkliche Sorge der so redenden Lügenredner, dass es einen „Rechtsruck“ geben könnte — ihre Sorge ist nämlich in Wirklichkeit, dass der gar nicht so geringe Anteil der Menschen in der Bevölkerung der BRD, der ein extrem-konservatives bis geschlossen rechtsradikales Weltbild hat, nun endlich in einer eigenen Partei parlamentarisch vertreten und wirkmächtig wird. Das gefällt mir auch nicht, aber die Vertretung der Wähler ist nun einmal der Zweck der Parlamente. Wenn es die größte geäußerte Sorge der „Demokraten“ geworden ist, dass die Parlamente tatsächlich die politischen Auffassungen der wählenden Bevölkerung widerspiegeln, dann hat sich das mit der „Demokratie“ schon längst erledigt, dann ist der zur Verwirrung des Denkens postulierte Rechtsruck nur dem längst schon geschehenem Untergang der „Demokratie“ gefolgt.

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