Die Menschen in spätkapitalistischen Gesellschaften unterwerfen sich in blöder Verantwortungslosigkeit einem System, dessen Propagandisten Sicherheit als „Freiheit“, Lohnarbeit als „Autonomie“ und Fremdbestimmung als „Selbstfindung“ verkauften und tatsächlich — trotz des greif- und offen sichtbaren Unglücks vieler Zeitgenossen — immer noch verkaufen. Die Entfernung zwischen der niemals in der erforderlichen Tiefe betrachteten, lebensverachtenden, alles Miteinander in einen als „Wettbewerb“ bezeichneten Kampf auf einem Schlachtfeld voller Überfluss verwandelnden Dummheit der eigenen Gesellschaft und der gruseligen, mörderischen Dummheit des „Islamischen Staates“ mag viel weniger weit sein, als es für das „Weiter so“ angenehm wäre; die Frage, warum Menschen freiwillig aus der sicheren europäischen Zivilisation in das syrische Gemetzel gehen, wird niemals ohne Hinzutun einer großen Portion Verdrängung betrachtet und damit niemals beantwortet. Wenig überraschend ists, dass die Soldaten unter dem Befehl der Milliardäre gleich hinterherziehen müssen, um „Frieden“ und „Freiheit“ wiederherzustellen. Der mörderische Terror der „Islamisten“ ist ein Spiegelbild des stumpfen, menschenverachtenden Horrors im späten Kapitalismus, dessen obszöne Deutlichkeit den genaueren Blick schwer erträglich macht.

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