Der Vorübergehende sagte, als ihm — von Menschen, die sich für informiert halten, weil sie sich von Journalisten in Form bringen lassen — die „Nachrichten“ zugetragen wurden, die er schon kannte und die sich nicht etwa nur seit Tagen, sondern schon seit Jahrzehnten nicht mehr ändern: „Ich will nicht wegschauen, aber ich mag auch nicht mehr hinschauen, wie sich schamlose Lügner_innen bei gelegentlichen Zuspitzungen vor die Kameras und Mikrofone der Contentindustrie stellen und wegen der Werbewirksamkeit einer solchen Geste Empathie heucheln und wenig überzeugend Entschlossenheit schauspielern, während sie mit vielen Worten nichts sagen und tatsächlich beabsichtigen, noch weniger zu tun als sie sagen. Wer auf den Wogen der Tagesaktualität eine Toleranzlosigkeit gegenüber Rassismus einfordert, ohne dabei im gleichen Atemzug die blutiggeile Springerpresse und ihre vielen Verstärker aus dem reklamefinanzierten Jornalismus zu benennen, versteht nicht nur nichts, sondern steht dabei auch noch fest auf der Seite derer, gegen die er sich zum Scheine stellt“. Und wer hinschaute, konnte bemerken, dass das Lächeln auf dem Gesicht des Vorübergehenden bei diesen Worten ausgewandert war.

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