Das so breitmedial angepriesene und demnächst sicherlich Alltag seiende „selbstfahrende“ oder gar „autonome Auto“ ist nichts weiter als die Kontinuität des Kinderwagens im Leben widerwillig großgewachsener Menschen — und an die Stelle der „Unterhaltung“ durch den Griff nach einem darin angebrachten Gehängsel aus bunten, sinnlosen Figuren, die auch gern mal ein Tönchen von sich geben, wenn sie ergriffen werden, treten nahezu bruchlos die Wischgesten über die Oberflächen der Internetgenussgeräte, um sich während der automatischen Fahrt oder anderer Passivitätsphasen ein bisschen Input in die darbenden Sinne zu geben; ein dürrer kommunikativer fast food gegen den Hunger nach Menschsein. Im Spiegelbild solcher als „Bequemlichkeit“ und „Sicherheit“ verkaufter Technikverwendung zeigt sich der infantile Charakter der Gesellschaft genau so deutlich wie das auf infantilem Niveau zurückgebliebene Denkvermögen.

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