Dass ausgerechnet Journalisten kritisch anmerken, dass social media dazu führen, dass sich Menschen vollständig innerhalb ihrer selbstgeschaffenen filter bubble bewegen, ist nur der dürftig verlarvte und zudem lächerlich-erbärmliche Trauergesang darüber, dass es nicht mehr Journalisten im Dienst und Brot zentral herausgegebener Print- und Rundfunkmedien sind, die für andere Menschen darüber entscheiden, was für ihr Leben relevant und wichtig ist und wie sie dies auszudeuten haben — mit dem Ergebnis, dass bei vielen Menschen nach ernsthafter Selbstbefragung herauskäme, dass die letzte verbliebene Nachricht von lebenspraktischer Relevanz die Wettervorhersage für den morgigen Tag geworden ist.

„Warum kratzt du mich?“ — „Ich bin Journalist und weiß genau, wo es dir juckt“.

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