Journalisten schreiben über die Machenschaften der classe politique ganz so, als ob man irgendein ominöses „Vertrauen in die Demokratie“ noch verlieren könnte und sind damit bei aller zum Schein eingenommener kritischer Haltung die zuverlässigsten und verachtenswertesten Komplizen derer, die sich im Puppentheater des Reichstags als Volksvertreter aufführen und dabei so tun, als wäre ihnen etwas anvertraut. Wer im Angesicht aller obszön sichtbaren Korruption, Grundrechtsverachtung, Menschenrechtsverachtung, Überwachung, Willkür, Vetternwirtschaft, gezielten Verdrängung der geheimdienstlichen Überwachung, Selbstverherrlichung, Personenkulte, Vernunftverweigerung, Scheindebattenkultur, Erkenntnis- und Wissenschaftsverneinung und rein emotionalen Manipulation der Wahlberechtigten noch sagt, und sei es auch nur in der indirektesten Weise, er vertraue in die Demokratie, belegt damit, dass er ein Ausmaß der Blindgläubigkeit erreicht hat, die jedes ernsthafte Wort so sinnlos macht wie den Versuch, einem Denkgestörten seine fixen Ideen auszureden. Dieses „Vertrauen“, das in Wirklichkeit eine Mischung aus irrationalem Fürwahrhalten, Angst und Bequemlichkeit ist, muss nicht postuliert werden, es muss zerschlagen werden!

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