Archive for März, 2014


Ein Viertel weniger

„Seltsam“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „wie leicht sich die Menschen eine dumme Emotion machen lassen, weil ausgerechnet in den Zeitungen der Milliardäre steht, dass Frauen im Durchschnitt ein Viertel weniger als Männer verdienen; und seltsam auch, wie leicht sie darüber vergessen, dass etwa die Pflegekräfte mit ihrem schnell zerstörten Rücken nur einen Bruchteil dessen als Lohn erhalten, was jene selbsternannten Leistungsträger dafür bekommen, dass sie die richtige Kraft-mal-Weg-Arbeit an andere delegieren. Schau dir nur an, wie die contentindustrielle Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf wohlgewählt gesetzte Themen jede möglicherweise wirksame Solidarität an der Wurzel verrotten lässt, und du weißt, wo die Argumentationen des Feminismus nach ihrer bourgeoisen Transformation angekommen sind: Im Manipulationsbaukasten der Ausbeuter“.

Von der Kraft der Menschen

Ich habe noch niemals daran gezweifelt, dass ein paar engagierte Menschen die gesellschaftlichen Zustände zumindest ein bisschen weniger kalt und ungerecht, ein bisschen besser machen können, und ich würde mich vermutlich sofort erhängen, wenn mir ernsthafte Zweifel daran kämen. Diese engagierten Menschen dürfen für ihr Anliegen eben nur keine politische Partei (und keine esoterischere Religion) gründen.

Technikregeln

Ich habe schließlich ein Regelwerk gefunden, das unsere Reaktionen auf Technik beschreibt:

  1. Alles, was Bestandteil der Welt war, in die du hineingeboren wurdest, ist normal und gewöhnlich und einfach nur ein natürlicher Bestandteil des Mechanismus, in dem die Welt funktioniert.
  2. Alles, was erfunden wurde, während du zwischen fünfzehn und fünfunddreißig Jahre alt warst, ist neu und faszinierend und revolutionär, und wahrscheinlich kannst du eine Karriere damit machen.
  3. Alles, was erfunden wurde, nachdem du das fünfunddreißigste Lebensjahr durchschritten hast, widerspricht der natürlichen Ordnung der Dinge.

Douglas Adams, The Salmon of Doubt

Der Gehetzte

Je weniger Zeit einer hat, desto weniger tut er.

Gefährliche Drogen

„Stell dir nur vor“, sagte der Vorübergehende zum Mitmenschen Spießer, „gefährliche Drogen wären legal und jeder könnte sie überall für wenig Geld in guter Qualität erwerben: Familien würden unter der schweren Sucht eines einzigen Angehörigen zerrüttet; schwere organische Schäden würden bei vielen Konsumenten zu jahrelangen medizinischen Behandlungen und zu einem Leben in Siechtum führen; immer wieder gäbe es Tote durch die Überdosierung des Rauschmittels; junge, im Gebrauch der Droge noch unerfahrene Menschen würden jeden Tag mit Blaulicht und Martinshorn in die Krankenhäuser gefahren, um ihr Leben zu retten; überall gäbe es Menschen in unserer Gesellschaft, die abgehängt wären, ihr ganzes Leben wegwürfen und nur noch für ihren nächsten Rausch lebten. Und. Als ob das nicht genug wäre, gäbe es jedes Jahr zehntausende oft tödliche Unfälle unter Alkoholeinfluss“.

Die Beständigkeit der Zeit

Als der Zeitgenosse ausrief: „Wie doch die Zeit vergeht!“, da flüsterte ihm der Vorübergehende ins Ohr: „Die Zeit vergeht nicht, sie bleibt. Was vergeht, das ist dein Leben“.

Zitat des Tages

Wenn sie mir helfen wollen, dann helfen sie mir, indem sie jedem Menschen helfen: Stellen sie fest, dass die wahllose Massensammlung persönlicher Daten durch Regierungen eine Verletzung unserer Rechte ist und beendet werden muss! Was mit mir als Person geschieht, ist weniger wichtig als das, was mit unseren allgemeinen Rechten geschieht.

Edward Snowden an den Untersuchungsausschuss des Europaparlamentes zur Überwachung des Internet durch Geheimdienste (Seite 6 des verlinkten Dokumentes)

10. September 2006

Wer in der Piratenpartei nach der mittlerweile vollzogenen Umwandlung in ein berlin­ver­giftetes troll­feministisch-pseudo­linkes¹ Tollhaus heute nicht mehr weiß, wofür die Piraten­partei einmal gegründet wurde und mit welchen politischen Forderungen sie auch ohne allumfassendes Programm nach dem Vorbild der so genannten „Volksparteien“ ihre beachtlichen Anfangs­erfolge feiern konnte, opfere bitte nur zehn Minuten seiner Lebenszeit und lies nach, was Heise Online am 10. September 2006 anlässlich der Gründung der Piraten­partei Deutschland berichtet hat.

Und nun, Piratenparteimitglied an deinem Platz zwischen den dauerbeleidigten Gendertröten im Kreischmodus: Viel Spaß noch in der Bedeutungslosigkeit!

¹Menschen, die ihre politische Positionierung „links“ nennen und nicht etwa als „Sozialismus“, „Kommunismus“, „Anarchismus“, „Syndikalismus“ oder dergleichen bezeichnen, machen völlig klar, worauf es ihnen ankommt: Auf das Erreichen des mit Pfründen bequem gemachten Sitzplatzes im Parlament der Bourgeoisie, ganz ohne analytisch-politische Tätigkeit. Eine solche analytische Tätigkeit würde vielleicht auch Gedanken dazu hervorbringen, was bei der bourgeoisen Transformation feministischer Forderungen herausgekommen ist und warum das Ergebnis dieser Transformation so schlecht wie die Herrschaft selbst geworden ist.

Gestattete Formen des Protestes

Die Schafe dürfen gern etwas lauter und nach Anmeldung bei der Schafbehörde sogar koordiniert blöken, solange sie sich nur weiterhin fein scheren, schlachten und verwerten lassen.

Kopfwind

Wenn das, was in der Geste des „Denkverbote überwinden“ und „das wird man doch mal sagen dürfen“ gesagt wird, wirklich eine Art geistiges Aufatmen darstellt, dann möchte ich das geistige Ersticken dieser Menschen gar nicht mehr kennenlernen.

Ukraine

Wie fein sich die Kriegsverbrecher in die Pose der Schutzherren des Völkerrechts werfen können, und wie unwidersprochen sie darin sind!

Die Verlogenheit

Die stickige geistige Enge, die durch ein Gewirr von Lügen und vom Schutz dieser Lügen vor jeder Überprüfung oder auch nur Infragestellung aufgerichtet wird, ist ein Spiegelbild der Angst.