Es ist ja nicht so, dass „Facebook“ — ein börsennotiertes Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell¹ — „WhatsApp“ gekauft hätte, um eine eher banale Software zu kaufen, die im Wesentlichen unter Verwendung zuvor spezifizierter Protokolle auf Handys die von Mobilfunkprovidern überteuert² angebotene Funktionalität „SMS“ als Internet-Dienst nachbildet und mit ein paar Zusatzfunktionen aufpeppt. Nein, es ist vielmehr so, dass „Facebook“ für ein paar Handvoll Gigadollar die 450 Millionen Nutzer dieser Software zusammen mit den Informationen über ihre Kontakte und ihre private Kommunikation gekauft hat.

Für die Nutzer von „WhatsApp“ zeigt sich nun immerhin, was die über sie beim Nutzen angelegte Datensammlung mit ihrer Kommunikation, ihren Nutzungsprofilen und möglicherweise zusätzlich zum bereits abgegriffenen Adressbuch klandestin eingesammelten Daten wie Aufenthaltsorte und Dateien auf dem Handy auf dem Markt für einen Wert hat: rd. 42 Dollar pro Person.

Das ist der Preis eures „informatischen Nacktbildes“ für die Verwurstung durch die Reklameindustrie. Fühlt euch wertgeschätzt! :mrgreen:

¹Die Kommunikation zwischen Menschen mit unerwünschter Reklame vergällen zu wollen, ist kein seriöses Geschäftsmodell und letztlich zum Scheitern verurteilt.

²Der Gedankenaustausch über SMS ist, wenn man ganz nüchtern die Kosten durch die übermittelte Anzahl Bits teilt, teurer als die Übertragung von Messdaten von anderen Planeten durch unbemannte Sonden — und das selbst dann, wenn man die sehr hohen Kosten mitberechnet, die anfallen, um diese Sonden zu entwickeln und mit Raketen aus der Gravitation der Erde herauszuschießen. Wer dafür ein besseres Wort als „überteuert“ kennt, nenne es bitte!

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