Ich möchte dich nur darauf hinweisen, dass ich die von dir seit Monaten gelieferten Artikel nicht benötige, in denen du deinen Lesern erzählen willst, was „das Netz“ über irgendein Ereignis „denkt“. Ja, genau so drückst du dich wirklich aus. Es ist für mich — und vermutlich für beinahe jeden deiner Leser — völlig verzichtbar und nicht das Verständnis bereichernd, dass du ein paar ausgewählte Textstummel vom — wie du das auch immer so wortblendend pseudosachlich nennst, ohne damit der Sache auch nur entfernt gerecht zu werden — „Kurznachrichtendienst Twitter“ zitierst, diese als „Denken des Netzes“ bezeichnest und mit ein paar entbehrlichen, durchaus mit Übung, aber dafür ohne Geist geschriebenen und professionell glatten Worten ausstopfst, um sie zu einem schnell verfassten und recht inhaltslosen 800-Wort-Artikel auf deiner „qualitätsjournalistischen“ Website aufzubauschen. Ich weiß nicht, ob es dir klar ist, aber die Menschen, die diese „qualitätsjournalistische“ Website betrachten können, können auch Twitter betrachten oder sogar aktiv mitbenutzen, und die Verwendung einer offen sichtbaren Suchfunktion stellt kaum jemanden vor eine so hohe Hürde, dass du dich als Berichterstatter des Nonsens hinstellen müsstest, um ein paar Ergebnisse deines „qualitätsjournalistischen“ Suchens zu einem Thema abzuschreiben.

Eine Frage allerdings, werter Qualitätsjournalist, die will mir einfach nicht aus dem Kopf: Wie viel Geld bezahlt dir und deinen Kollegen eigentlich diese Klitsche ohne seriöses Geschäftsmodell¹ namens „Twitter“ dafür, dass du ihren Webdienst immer und immer wieder als das „Denken des Netzes“ vor die Augen deiner von dir verachteten und zum spiegelnden Ausgleich von deiner Tintenkleckserei zu Tode gelangweilten Leser stellst und zitierst? Oder bist du etwa so dumm und machst derartig aufdringliche Schleichwerbung im redaktionellen Teil kostenlos?

Wenn du schon nicht damit aufhörst, wäre es nett, wenn du wenigstens diese Frage beantworten könntest. Keine Antwort ist übrigens auch eine…

Dein dein Geschreibe „genießender“
Nachtwächter

¹Davon leben zu wollen, dass man die Kommunikation der Menschen mit unerwünschter Reklame vergällt, ist kein seriöses Geschäftsmodell und letztlich zum Scheitern verurteilt.

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