Manchmal, wenn ich das Treiben anderer Leute im Internet betrachte, denke ich mir, dass irgendeine dumme Zeitschrift eine neue Form der Mangelernährung zur Gewichtsreduktion (so etwas wird von Qualitätsjournalisten verharmlosend „Diät“ genannt) popularisiert: Die Social-Media-Diät. Einfach nichts mehr essen, sondern mit dem Handy ein Foto vom Essen machen, das Foto auf Facebook hochladen und versuchen, sich von den Likes zu ernähren.

Wenn dereinst einmal die Generation Wischofon von ihren Kindern oder Enkeln gefragt wird, was sie eigentlich getan hat, während die Privatsphäre abgeschafft und der Polizeistaat aufgerichtet wurde, wird sie nur antworten können: „Wir haben unser Essen fotografiert“.

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