An der WHU¹ gibt es kein Studentenleben. In der Pause wird „Wall Street Journal Europe“ gelesen oder der nächste studentische Private Equity Club organisiert. In Vallendar rennen Studenten mit ihrem Laptop zwischen Vorlesung und Schreibtisch hin und her. Nur keine Zeit verlieren. Vor Klausuren wird kollektiv bis zum Morgengrauen gelernt. Im Prüfungssaal stinkt es dann nach Red Bull. Zur geistigen Freiheit wird da niemand erzogen. Für Reflexion ist kein Platz im vollgepackten Curriculum. In der spärlichen Freizeit wird gesoffen. Work hard, play hard […] Dort werden nur Ordner auswendig gelernt. Es ist ein reines Bulimie-Lernen: in sich reinfressen und in der Prüfung rauskotzen. Intellektuelle gibt es da nur trotz und nicht wegen der WHU

[…] Wer das Risiko scheut, überlebt am besten. Die Leute sind ängstlich und brutal ehrgeizig, Statussymbole sind ihnen wichtig. Und man muss technokratisch veranlagt sein, sonst langweilen einen die Analysen und scheinrationalen Prognosen

Benedikt Herles im Interview mit dem Spiegel

¹Abk. f. „Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmungsführung Vallendar“

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