Archive for August, 2013


Einfahrt

Eine mit Mülleimern zugestellte Einfahrt, an der drei Schilder prangen, dass die Einfahrt freigehalten werden soll, denn sonst wird kostenpflichtig abgeschleppt... ein typisches Bild aus Deutschland...

Es wäre ja durchaus noch Platz für zwei bis drei weitere, scharf formulierte Warnschilder gewesen an dieser so überaus deutsch beschilderten Einfahrt… :mrgreen:

Das Wahlplakat

„Das Wahlplakat“, sagte der Vorübergehende genusslos, „besteht aus Photoshop; einer Aufforderung, hübsch gemachte Gesichter zu wählen; im Falle der Grünen mit einem deutlich spießerischen Hang zum Kitsch und zum Kindesmissbrauch der Werber. Es hat so viel inhaltlichen Nährwert wie eine Warteschleifenmusik am Telefon“.

Trennsportart

Der Mechanismus wirkt wie ein Blitz, der Kopf rollt, der Mensch ist nicht mehr.

Dr. Guillotin

Wahl

Wenn der Zeitgenosse „Gehst du zur Wahl?“ fragt, fragt der Vorübergehende nur kurz zurück, ob man bei dieser Veranstaltung denn auch eine Wahl habe.

Homöopathie/Bachblüten

Werbung im Schaufenster einer Apotheke: Homöopathie für Kinder, Bachblüten für Kinder -- mit Bildern von glücklichen Kindern, verstehts sich

Schaufenster einer Apotheke mit Werbung für Quacksalbereiprodukte. Kinder gehen immer, hat sich der Werber gesagt…

Das Papier

Der Vorübergehende sagte zu seinem von Sorgen, Verwirrung und Angst zerfressenen Zeitgenossen: „Fang damit an, die Dinge so nennen, dass ihre Namen Klarheit schaffen. Sag und denk nicht mehr ‚Geld‘, sondern sag und denk stattdessen ‚das Papier, dass die Menschen irre macht‘! Schon nach kurzer Zeit wird eine große Klarheit in deinen Gedanken anbrechen“.

Was ich zu gern einmal wüsste…

Was ich zu gern einmal wüsste? Ich wüsste gern, wie die werte Frau Gender in ihren schmücksamen pseudowissenschaftlichen Universitätswürden mit der grellen, sirrenden Dissonanz in ihrem Hirnkästchen klarkommt, wenn sie das Geschlecht eines Menschen für eine soziale Konstruktion hält, aber gleichzeitig die Auffassung vertritt, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen angeboren und damit unveränderlich sei. Für solch selektive Blindheit der Synapsen brauchen andere Menschen mindestens ein Jahrzehnt hingebungsvoller religiöser Praxis.

Bückbürger

Nachrichtengläubige, die sich niemals an den Lichtjahren zwischen Meldungstext und ihrem Leben stören; Kinderwachsene, die eine harte, kalte Mutter mit löchelnder Maske zum Gestalter ihres gemeinsamen Daseins erküren und sich insgeheim über die Karlshure freuen, die dem Anspruch dieser Eisherzfrau Grenzen setzt; Smalltalkshowzuschauer, die ihre billige Psyche an künstlichen Affekten aufheizen und das für ein politisches Interesse halten; Eingeschlossene im brennenden Haus, die nicht nach Löschmöglichkeiten und Alarm schauen, sondern sich sagen, dass das Feuer noch fern sei und sich selbst mit der Vorstellung „es wird schon nicht so schlimm werden“ beruhigen; gläubige Bückbürger, die kein Diazepam mehr brauchen, die sich allein schon davon sedieren lassen, dass ihnen ein mieser Schauspieler und gnadenloser Lügner in der richtigen Pose sagt, dass doch niemand die Absicht habe, eine Mauer zu bauen… Deutsche eben.

Hätten sies gewusst

Zweiundneunzig Prozent aller Goethe-Zitate sind eine spontane, freie Erfindung des Vortragenden. Johann Wolfgang v. Goethe

Das Schloss

Der Zeitgenosse sagte: „Der Staat kann nichts gegen die Internet-Überwachung machen, wenn alles öffentlich ist; dass ich überwacht werde, ist meine Schuld, wenn ich nicht verschlüssele. Es ist meine Aufgabe, ein gutes Schloss für meine Haustür zu kaufen…“ — und der Vorübergehende ergänzte: „…ein wirklich gutes Schloss, damit die Polizei nicht mehr so einfach wie bisher heimlich bei dir einbrechen kann“.

Standpunkt

Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt.

Albert Einstein

Presseverleger

Presseverleger sind Menschen, die unbedingt wollen, dass ich Geld für ihre in solchem Vortrag des Ansinnens gern sehr wortreich verherrlichten altmodischen Produkte zum Transport von Texten ausgebe, obwohl die damit transportierten Texte — wenn man einmal von der oft recht nützlichen, aber auch aus kostenlosen Quellen verfügbaren Wettervorhersage absieht — für mich (und vermutlich viele andere Menschen) keine unmittelbare lebenspraktische Bedeutung haben.