Archive for Februar, 2013


Die S21-Kostenexplosion

Das, was die classe politique bei der baufrischen Stuttgarter Bahnhofsruine eine „Kostenexplosion“ nennt, ist in Wirklichkeit der Zusammenbruch eines politischen Lügengebäudes.

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Wi(e)der das Vergessen

Wenn Bundesgrüßaugust Joachim Gauck — der übrigens als Pfaffe das Handwerk des klebrig tröstlichen Lügens von der Pike auf gelernt hat — zwei Stunden seines Terminplanes dafür aufwändet, jede Menge Journalisten in sein Schlösschen einzuladen, die dann mit gierigem Kameraauge nach bewegenden Augenblicken Ausschau halten, weil die Angehörigen der Opfer der NSU-Mordserie zugegen sind, und wenn der Herr Bundesgrüßaugust behufs dieses inszenierten Scheingedenkens davon blahfaselt, dass „Deutschland niemals vergessen“ dürfte, dann ist das schnelle Vergessen in dieser staatspfäffischen Pflichterfüllung fest eingeplant. Zu diesem schnellen Vergessen gehört übrigens auch, das über so viel hartbetroffen hingestelltem Blendwerk niemand mehr die sehr nahe liegende Frage stellt, welcher Staatsanwalt jetzt wegen der aktiven und passiven Unterstützung einer Mörderbande durch BRD-Inlandsgeheimdienste und Polizeien ermittelt und welche Fortschritte diese Ermittlungen machen.

Mein größter Respekt gilt allen Angehörigen der Mordopfer, die sich dieser menschenverachtenden Inszenierung verweigert haben.

Nachtrag: Ich hatte mittlerweile schon ganz vergessen, dass der gleiche Bundesgrüßaugust Joachim Gauck vorher ein von den Angehörigen der Opfer erwünschtes Treffen abgelehnt hat. [via Kotzendes Einhorn]

Die Schule

Mala malus mala mala

„Die Schule“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „du meinst diese Einrichtung, in der die Erwachsenen von morgen auf die ganzen Anforderungen von gestern und — bei diesen unter den Schergen der Gartenzwerge so hochangesehenen altsprachlichen Gymnasien — sogar auf die Anforderungen von vorgestern vorbereitet werden?“

Ein Schritt zurück, dann voran!

Tritt mal zurück! Verdammte Scheiße, schau dich an! Du bist ein Mensch. Du bist schön. Du bist dermaßen schön. Und du kannst Etwas sein. Und du kannst Alles sein. Sei nicht jedem feind, weil jemand dein Herz gebrochen hat, oder weil deine Eltern sich getrennt haben, oder weil dein bester Freund dich betrogen hat, dein Vater dich geschlagen hat, der Kleine am Ende der Straße dich fett, hässlich, dumm, wertlos genannt hat! Befass dich nicht mit Dingen, die du nicht beeinflussen kannst! Weine, wenn du das Bedürfnis hast, und dann lass es mit der Zeit vorübergehen! Häng dich nicht an schmerzhafte Erinnerungen, nur, weil du Angst vorm Vergessen hast! Lass die Sachen vorübergehen, die in der Vergangenheit liegen! Vergiss Sachen, die keiner Erinnerung wert sind! Hör auf, Sachen als gestattet zu betrachten! Leb für etwas! Leb für dich! Verlieb dich! Lass die Liebe erkalten! Verlieb dich! Lass die Liebe erkalten! Mach das immer und immer wieder, bis du weißst, was es wirklich ist, jemanden zu lieben! Stell Dinge in Frage! Sag Menschen, wie du wirklich fühlst! Schlaf unter den Sternen! Gestalte! Wähne! Begeistere! Teil etwas Schönes mit den Menschen! Lern neue Menschen kennen! Rette jemanden den Tag! Folg deinen Träumen! Leb dein Leben in der Fülle seiner Möglichkeiten! Leb einfach, verdammt noch mal! Lass das ganze Schreckliche in deinem Leben vorübergehen und leb, verdammte Scheiße! Und eines Tages, wenn du alt bist, schau ohne Bedauern zurück!

via „Stand up and Keep Going“ | Originalquelle verloren | Übelsetzung von mir
Gruß an Karin

Totes Pferd

Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, dann steig ab und mach eine Lasagne draus. (Neuere Indianerweisheit)

Hamsterrad

Auch ein Hamsterrad, in dem sich ein Hamster mit noch so viel Energie laufend laufend abarbeiten kann, ohne dass er dadurch jemals von der Stelle käme, kann auf dem ersten, eingeschränkten Blick wie eine Karriereleiter aussehen, die steil aufwärts führt. Und so lange sich einer immer nur anstrengt und darüber seinen Kopf nicht mehr nach oben bekommt, um das ganze Bild zu sehen, so lange fällt dieser kleine Fehler in der Wahrnehmung nicht auf und der sinnlose Lauf kann weitergehen.

Für Kosta

Das Abendlicht verlor

Ein besonders abstoßendes und kaltes Beispiel einer Fassade im Stil des 20. Jahrhunderts

Wo manifest Nekrophile Architekten werden und den öffentlichen Raum gestalten, da hat am Ergebnis solchen Strebens selbst das wärmste Abendlicht keine Chance gegen all das alldurchgreifend Kalte.

Geldknast

Wenn man an den Behausungen vorübergeht, die jene Menschen in die Welt mauern lassen, die ihr Geld noch nicht seit Generationen haben und denen deshalb nicht von klein auf eine Haltung des Genießens zur Möglichkeit des Genusses antrainiert wurde, ist es ein erbärmlicher Anblick: Mauern, die den Blick verhindern sollen, der den Neid hervorruft; weiß angemalt, damit nicht in der gewählten Farbe eine Spur vor anfeindenswerter Persönlichkeit dringe; Videokameras; Bewegungsdetektoren, die alle Lichter aufschalten, wenn man nur in fünf Meter Entfernung an einem Eingange vorübergeht, der aus massivem Metall und undurchsichtig ist. In den Mauern gelangweilte und neurotische Beißzweckhunde, die vermutlich nicht einmal von den Schweinen aus der Massentierhaltung um ihr Dasein beneidet würden, beim kleinsten Ruche in die Nacht bellend; Hunde deren große Häufchen auf den Fußwegen der Siedlung belegen, dass sie schon lange nichts mehr von diesem Vorort gesehen haben als die Mauern, in denen sie die Funktion der Angstabwehr eines Reichgewordenen erfüllen müssen. Diese Behausungen sind ein Spiegelbild des Gefängnisses, und sie sind ein Mahnmal, das daran erinnert, dass Emporkömmlinge in der Angst um ihren Besitz und ihre Privilegien allzuleicht bereit werden, die Umwelt selbst dann noch in eine gefängnisartige Unwelt zu verwandeln, wenn diese Freiheitsberaubung spitz ins eigene Leben ragt; dass es ihnen aber schwer fällt, sich an ihren gewonnenen Möglichkeiten zu erfreuen und sich das Leben angenehm zu machen.

Nicht von dieser Welt

Der Vorübergehende sagte zu seiner Zeitgenossin: „Ja, ich kann verstehen, wie du das meinst, wenn du sagst, dass die röm.-kath. Kirche nicht von dieser Welt ist. So einen Eindruck bekommt man leicht, wenn sich vom Wahnsinn verzerrte Wahrnehmung von der Wirklichkeit emanzipiert hat“.

Trojaner

Der Lobbyismus — ein Wort übrigens, das nur Neusprech für das klarere Wort „Korruption“ ist — in den europäischen Kryptokratien ist nichts weiter als die Erstellung von schädlichen, jederzeit durch ihre Errichter verwendbaren Trojaner-Backdoors für die gesamte Gesellschaft. Schutzprogramme, die tief genug in dieses System eingreifen, dass sie eine solche kriminelle Übernahme des Systemes unterbinden könnten, gibt es nicht. Und. Sie sind auch nicht vorgesehen. Anders als bei Computern gibt es nicht einmal ein Äquivalent zu dieser Schlangenöl-Software, die gefühlten Schutz vermittelt. Es scheint nur noch möglich, das gesamte von der mentalen Schadsoftware alles korrumpierender Krimineller befallene System der europäischen Politik „plattzumachen“ und neu aufzusetzen. Überall.

Der Papst tritt zurück!

Ich übernehme die volle politische Verantwortung und mache weiter wie immer.

Secrets of Beauty

Eine Werbung an einem hannöverschen Schaufenster: Ein monströs großes Fraugesicht mit photoshopretuschierter Haut und intensiv pinkfarbenen Lippen

Etwa achtzig Prozent dessen, was professionell lügende Werber den Frauen als „Schönheit“ verkaufen, nachdem sie ihnen allgegenwärtige, kaltentmenschte Ideale in die Augen und die Psychen stellen, lässt sich durch Anwendung eines feuchten Lappens entfernen. Der Rest benötigt zum Entfernen zuweilen Psychotherapie.