Die Aufforderung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ bereitet dort am wenigsten Probleme, wo sich Menschen ihr Umfeld mitsamt den anderen Menschen darin frei aussuchen können und nichts anderes nahe an sich herantreten lassen müssen, so dass sie Alles oder doch wenigstens Vieles Widerschein ihres Selbstes machen können. Andernorts, wo das Leben der Menschen weniger Wahlfreiheit enthält, ist sie eine Zumutung und ein Hohn. Noch in dieser so säuselnd und beinahe bekifft wirkenden Forderung des Jesus aus Nazaret spiegelt sich der Sitz der Religion in der Gesellschaft, stets an der Seite der Herrschenden und Besitzenden.

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