Bei allem Geschwafel von Moral: Es ist ja gar nicht so empörend, dass Christian von Boetticher mit einer Sechzehnjährigen rumgemacht hat, die er voriges Jahr über Facebook kennengelernt hat — solche Regungen kann ein hormonell-psychischer Apparat schon einmal entwickeln. Aber dass er diese doch sehr junge Frau einfach fallengelassen hat, als ihm klar wurde, dass er als Spitzenkandidat für die CDU in Schleswig-Holstein antreten werde, das ist widerwärtig. Alles zuvor gewiss geraspelte Süßholz und das so straffe und doch gefügige junge Fleisch zum Versenken des Schwellkörpers wurden für diesen Politiker wertlos, als er die Aussicht seiner politischen Karriere vor Augen hatte, wenn er nur genügend konservatives image transportiert. Dieses Wegwerfen eines vorher wohl warm begehrten Menschen nach persönlichem Zweckkalkül. Verrät Charakter.

Es verrät übrigens auch den Charakter, den man zu brauchen scheint, um als Politiker in einer Partei wie der CDU aufzusteigen.

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