Erst wenn ihr euer letztes persönliches Adressbuch bequem und von überall zugreifbar „in der Cloud“ abgelegt habt; erst wenn eure gesamte Kommunikation auf den Servern irgendwelcher Konzerne mit ihrer großen Lust am Tracken, Dataminen und Abzocken abgelegt ist; erst wenn ihr alle Daten, an denen ihr arbeitet, von denen ihr euch unterhalten lasst oder die ihr schlicht nur mögt, aus der Hand gegeben habt; erst wenn ihr die Geräte, die ihr nutzt, zwar mit Geld bezahlt habt, aber ferne, anonyme Andere über für euch nicht nachvollziehbare Mechanismen jederzeit damit machen können, was immer ihnen beliebt; erst wenn ihr durch ein einfaches Abklemmen der Netzwerkverbindung aus irgendeinem willkürlichen Grund von allem getrennt werden könnt, was für euch technisch ansonsten desinteressierte, reine Anwender einen Computer erst interessant macht — erst dann werdet ihr merken, dass ihr nicht nur materiell, sondern endlich auch immateriell völlig enteignet seid. Und die „Cloud“. Versteht ihr dann, wenn es längst zu spät ist, endlich nicht mehr als eine euch einfach umgebende Wolke, sondern mit euren sich langsam öffnenden Augen und schnell weitenden Pupillen als das, was sie vom ersten Tage an war, als ein fürs professionelle Lügen gut bezahlter Marketing-Heini sich diesen in die Irre führenden Begriff ausgedacht hat: Eine Schicht künstlich geschaffener Abhängigkeit, gelegt über eine Technik, die einst einmal das Potenzial in sich trug, euch ein wenig nur unabhängiger zu machen.

Aber ihr werdet schon alles bezahlen, und seis noch mit eurem Herzblut — es sind ja so hübsche, gut designte, glänzende Glasperlen Gadgets.

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