Es ist doch bemerkenswert, dass der Weiterbetrieb der Gorch Fock — einmal völlig losgelöst von der Frage, ob diese Offiziersausbildung in irgendeiner Weise sinnvoll ist — nach dem sinnlosen Tod einer einzigen Frau in die Diskussion geraten ist, ja, dass es sogar dazu kommen könnte, dass die Gorch Fock zukünftig nicht mehr für ihre einzige wirkliche Funktion, ein werbendes Aushängeschild der Bundesmarine zu sein, eingesetzt wird. Es ist doch auch bemerkenswert, dass der „Einsatz“ der Bundeswehr in Afghanistan — einmal völlig losgelöst von der Frage, ob dieser Krieg sinnvoll oder auch nur im Rahmen des Grundgesetzes der BR Deutschland legal ist — auch nach dem sinnlosen Tod von mehr als vierzig Männern, die in der Bundeswehr dienten, weder von der Journaille noch von der classe politique in Frage gestellt wird. Der Wert eines Lebens für die mediale und politische Wahrnehmung scheint doch sehr geschlechtsabhängig zu sein.

Und wer denkt, dass hier Äpfel mit Tomaten verrechnet werden, um in der Birne zu schrägen Gedanken zu führen: Die vier Seemänner, die bislang auf der Gorch Fock verunglückten und starben, führten nicht annähernd zu ähnlichen Diskussionen.

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