[…] Twitter wächst schnell. Junge Menschen nutzen Twitter eher selten, weil sie meist die direkte Kommunikation mit Menschen bevorzugen, die sie kennen. Auf Twitter geht es aber um größere Gemeinschaftten von Menschen, die an den Themen interessiert sind, für die ich mich auch interessiere. „Soziales Fernsehen“ ist zum Beispiel eine sehr interessante Anwendung, wenn Menschen auf Twitter über einen Film diskutieren, die sie gerade schauen. Twitter ist auch eine soziale Ebene, die sich über die Nachrichten legt. […]

Stowe Boyd in FAZ.NET

Es erfüllt mich mit einem unwiderstehlichen Lachzwang, wenn ein „Vordenker“ in diesem Web-2.0-Geschwafel in einem interview ein Beispiel für die Großartigkeit und besondere soziale Komponente von Twitter sucht und ihm dabei vor allem eine „interessante Anwendung“ einfällt: Wenn die Menschen von der Ödnis der unentwegt mitlaufenden Glotze so wenig ausgefüllt und gar gelangweilt sind, dass sie nebenher darüber twittern, statt diese öde Idiotenlaterne einfach auszuschalten und sich erfreulicheren Dingen zuzuwenden. Und wenn so eine Haltung als „Soziales Fernsehen“ bezeichnet wird, kann nichts mehr das hervorkommende, glucksende und gackernde Lachen über einen derartigen bullshit stoppen.

Werbeanzeigen