Zeitgenosse: Wenn ich das Schlechte nicht kennenlerne, kann ich das Gute nicht schätzen. Ein ordentliches Essen schmeckt viel leckerer, wenn ich ein wenig gehungert habe.

Nachtwächter: Mit dieser Rationalisierung, mit der du dir dein eigenes Elend schön reden möchtest, kannst du wirklich alles rechtfertigen, bis hin zum Mord. Kann nicht erst ein Sterbender den Wert des Lebens richtig würdigen? Wird der sadistische Mörder, der für ein qualvolles Ende sorgt, auf Grundlage deiner „Philosophie“ nicht zum Wohltäter? Dein „positives Denken“ ist nur der Zement für die Zustände, die dir dein Leben rauben; du vertauschst Einsicht gegen kindischen Trost und vergeudest daran deine Einsichtsfähigkeit. Ach, wäre doch nur das Elend ein Ort, an dem der Stolz verlernt wird!

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