Der alte Fünf-Mark-Schein

Bei aller Kälte und Zweckmäßigkeit des Geldes, ich mochte den alten Fünf-Mark-Schein. Neben dem für die Automatenwirtschaft so wichtigen Heiermann war er völlig überflüssig geworden und wurde dennoch weiterhin gedruckt und gar noch einmal neu aufgelegt; ein aufwändig hergestelltes Stück Selbstzweck zum Transport einer Illusion. Nur selten bekam man ihn in die Hand und sehr ungern gab man ihn wieder aus, ganz so, als wäre darin mehr als nur die Kaufkraft gewesen. Wann man das frisches Grün dieses Scheines anschaute, schaute daraus ein beinahe unschuldiges Geld zurück, das niemals so böse Wörter wie „Investment“, „Geldwäsche“, „Steuerparadies“, „Korruption“, oder „Bad Bank“ auch nur gehört zu haben schien. Der Fünf-Mark-Schein war ein Feigenblatt vor der Wirklichkeit des Geldes, das dem heutigen Euro-Bargeld völlig abgeht — und ohne dieses Feigenblatt steht das Geld nun vollkommen nackt und schamlos vor den Menschen, die es jeden Tag benutzen müssen, und es macht dabei keinen Hehl mehr aus seiner inhärenten Hässlichkeit.

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