PhrenologieGrenzwissenschaft (Asubstantiv, die) — Als G. werden Bestrebungen bezeichnet, die sich am Rande der Wissenschaft befinden. Zwischen Wissenschaftlern sowie denkenden Menschen und so genannten Grenzwissenschaftlern besteht allerdings eine gewisse und bei näherer Betrachtung recht leicht verständliche Uneinigkeit darüber, auf welcher Seite des Randes sich eine G. befindet. Bereiche, die als G. betrachtet werden, zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Anhänger gern eine wissenschaftlich klingende Sprache und einen wirrseligen Wust von eigens ersonnenen Fachausdrücken verwenden, um in solcher sprachlicher Mimikry den Mangel an gesicherter Erkenntnis, das Fehlen jeglicher Vorhersagekraft, das weit gehende Scheitern von Vorhersageversuchen und den zum Ausgleich vorhandenen Reichtum an bullshit zu verbergen, wie es sich leicht bei Betrachtung der so genannten „Ufologie“, der so genannten „Alternativmedizin“ oder in den so genannten „Wirtschaftswissenschaften“ zeigt. Dieser armselige Trick funktioniert dermaßen gut, dass wenigstens die Anhänger eine G. regelmäßig darauf hereinfallen und aus ihren nur dürftig von gesicherten Fakten gestützten Postulaten weit reichende gesellschaftliche Forderungen ableiten, deren Nichterfüllung gern als Folge großer Verschwörungen (beliebte Hinwegerklärung in der „Ufologie“) oder eine Auswirkung des Kommunismus (beliebte Hinwegerklärung in der „Wirtschaftswissenschaft“) betrachtet wird — letzteres selbst noch innerhalb von Gesellschaften, in denen Kommunisten und Anhänger verwandter politischer Ideologien bedrängt, kriminalisiert und verfolgt werden. Wache Menschen erklären sich das Wort von der Grenzwissenschaft so, dass in diesen Bestrebungen vor allem die Grenze zum Irrsinn berührt und zuweilen auch überschritten wird.

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