Zeitgenosse: Findest du nicht auch, dass Westerwelle ein Esel ist?!

Nachtwächter: Ich soll das auch finden, nur weil es ein Heiner Geißler in ein Mikrofon gerülpst hat? Aber nein doch. Ein Esel ist ja nicht dumm oder gemein, nur ein wenig störrisch; ein hübsches Tier, das nur seiner Natur folgt und damit etwas nerven kann, wenn man andere Pläne hat. Westerwelle hingegen. Folgt keiner unschuldigen, gebieterischen Natur, sondern einer ausgearbeiteten politischen Absicht. Sein Aufgreifen des von der Bildzeitung angeheizten, stammtischrelevanten Blutredens ist völlig planvoll und erfüllt bei einem beachtlichen Anteil der Menschen in der BR Deutschland seine Aufgabe erschreckend wirksam. Die Menschen, die für immer mehr Arbeit immer weniger Geld bekommen und in steigende persönliche Unsicherheit geworfen werden, sie sollen ihre Aufmerksamkeit von den Profiteuren des gegenwärtigen gesellschaftlichen Prozesses weglenken lassen und sich ausgerechnet von jenen ausgebeutet fühlen, die fast gar nichts mehr haben. Man wird es dort, wo man aus solcher fehlgeleiteter Aufmerksamkeit der breiten Massen Ruhe gewinnt, einem gar nicht störrischen, lichtscheuen Gesindel wie diesen Westerwelle danken, dass es so gezielt seine Sprechblase entleert und wohlplatzierte Duftmarken in die Journaille setzt. Westerwelle als einen Esel zu bezeichnen, ist eine Beleidigung. Doch nicht für Westerwelle, sondern für den Esel. Und. Wer einem Mitglied der classe politique wie Heiner Geißler so leicht erlaubt, für ihn zu sprechen und zu denken, hat dumm, kampflos und feige verloren.

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