Der Kampf gegen die mörderische und verdummende Wucht der Irrationalität, den Aberglauben und die Quacksalberei ist so lange zum Scheitern verurteilt, wie sich ein Apotheker das gleiche weiße Kittelchen überzieht wie der Arzt und der Wissenschaftler und in dieser Verlarvung wirkungslose Mittel aller Art an den dumm gehaltenen Kunden bringt — von der Homöopathie bis zur magischen Psychokraft irgendwelcher Ginseng-Präparate und vergleichbarer „Stärkungsmittel“ wird der ganze Hokuspokus in jeder Apotheke laut, bunt und offen beworben und ohne ein aufklärendes Wort zu hohem Preis verkauft, als ob es sich dabei um ein Heilmittel handelte. Der Apotheker, der ob solchen Opportunismusses völlig zu Unrecht ein hohes Ansehen genießt, steht in der Wertschöpfungskette der Quacksalberei und verdient kräftig daran mit. So sehr auch etliche Menschen darum bemüht sind, über den Unfug der — meist als natürlich oder alternativ angepriesenen — Kurpfuscherei aufzuklären, niemals wird dabei ein deutliches Wort über die recht geschäftstüchtige Rolle der Apotheken in dieser Volksverdummung geschrieben. Der weiße Freund des Quacksalbers steht in unvermindert hohem Ansehen an seinem Tresen und verkauft das ganze wirkungslose Zeug, und dieses Ansehen färbt auf den Quacksalber ab und hilft, ihn in seinem magischen Geschäft weiß zu waschen. Den Preis zahlen die Glaubenden, die auf dieses Blendwerk reinfallen; immer mit Geld, und oft mit ihrer Gesundheit.

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