Der 6. Januar ist vorbei. Und. Damit auch die Weihnachtszeit. Da gibt es etwas zu tun für jene Angestellten der Werbeagenturen, die für die Dekoration an den Schaufenstern sorgen. Sie haben sich in gefütterten Jacken und dicken Pullovern bekleidet, sie tragen auch warme Mützen, sind komplett in diesem ins Graue tendierenden Olivgrün vermummt, das sofort die Vorstellung von Soldaten aufkommen lässt. Von den großen Scheiben an der Straße werden die Folien mit den Engeln abgekratzt, um Platz für die Symbole des nächsten werbenden Hirnbeizes zu machen, die als nächste Folien an das Fenster gepappt werden sollen. Es war eine weiße Weihnacht, ganz so, wie es sich Mitmensch Gefühlsdusel in seiner Sehnsucht nach synthetischen Paradiesen wünscht, doch jetzt ist der Schnee nur lästig und gefährlich, und man fährt gar nicht mehr gerne Auto. Er ist auf den Straßen und Wegen auch nicht mehr weiß. Die Fetzen der Folien mit den darauf gestempelten Engeln rollen sich zusammen, wenn sie von der Glasfront im Konsumkrieg abgekratzt werden, und sie liegen neben einigen längst verknallten Böllern am Boden. Sie liegen im braunen, dreckigen Schnee, und sie verkünden, so der Menschheit zugewandt, sehr deutlich, was der Welt zu Epiphanias wirklich erschienen ist.

Werbeanzeigen