Ach, wie hübsch die Menschen jedes Jahr wieder aufs Neue Alte jene religiös verwurzelten Feste feiern, die vergangenes Geschehen im Jahreslauf imitieren und dramatisieren sollen! Sie belegen damit, dass ihr wirklicher Gott der Kalender, dass ihr wirklicher Glaube die gefühlte Unendlichkeit eines mechanischen Laufes, dass ihr wirkliches Leben das recht monotone Leben eines Uhrwerkes ist, dass durch solche Magie im unentwegten Ticken gehalten werden soll. Bei so viel Kalenderanbetung nimmt es nicht Wunders, dass so viele im Dunstkreis dieses Treibens dazu geneigt sind, das Ende allen Seins vor ihrem psychischen Auge zu sehen, nur weil ein Kalendersystem einmal in der Zählung einen Übertrag an vielen Stellen verursacht — ob es sich um die inzwischen vergessene, idiotische Furcht vor dem Jahr 2000 handelt, oder ob es sich um die nicht minder dumme Furcht vor dem Jahr 2012 handelt, in dem der Kalender der Maya, eines amerikanischen Steinzeitvolkes, einen Überlauf in allen seinen Zählungen erfahren wird. Unterdessen, und unbeeindruckt von aller dieser recht künstlichen Zahlenfurcht, läuft ein wahnhafter Prozess weiter über die menschlichen Gesellschaften ab, einer, der den Menschen das Leben nimmt und es zu einer mehr mechanischen Angelegenheit macht.

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