[…] nicht seriös, nicht brauchbar und nicht empfehlenswert.

Axel Freiherr von Campenhausen, ev.-luth. Kirchenrechtler, über die „Bibel in gerechter Sprache“

Die Unermüdlichkeit christlicher Gelehrsam- und Lehrhaftigkeit hat eine große Menge Übersetzungen der biblischen Texte in die deutsche Sprache hervorgebracht, mit denen Menschen an besser diesen schwierigen Stoff herangeführt werden sollen. Neben den beiden verbreiteten Werken — der jüngsten Revision des Luther-Textes durch die ev.-luth. Kirche, der so manche Wuchtigkeit genommen wurde und der röm.-kath. Einheitsübersetzung, die sich wie eine Flasche pastellrosa Weichspüler liest — gibt es mittlerweile auch eine Handvoll Übersetzungen, die sich mehr an jene viel gewordenen Menschen richten, in deren Sprache es keine Schnittmenge mehr zum Sprachgebrauch in der Parallelwelt der großen kirchlichen Institutionen gibt. Interessant ist dabei, wie diese im gewöhnlichen „Gottesdienst“ nicht verwendeten Übersetzungen angeboten werden. Die populäre „Gute Nachricht“ wird angepriesen als eine „Bibel in modernem Deutsch“ und ist allein im Spiegel dieser Benennung ein Zeuge der Modernitätsfeindlichkeit der christlichen Religion, und die innerhalb des Rates der Evangelische Kirche in Deutschland sehr kritisch betrachtete und von der röm.-kath. Kirche völlig verworfene „Bibel in gerechter Sprache“ (die mir allein dafür gefällt, dass sie die in der Bibel so oft beschriebene Sklaverei eben als Sklaverei benennt und nicht hinter Schönsprech wie „Magd“ oder „Knecht“ zu verstecken trachtet) spiegelt in ihrer Benennung die nach wie vor bestehende Liebe zur Ungerechtigkeit innerhalb der Institutionen des Christentums wider.