Dass einige durch ein hohes Maß an technischer Inkompetenz blendende Mitglieder der classe politique von der Masse der Nutzer und Gestalter des Internet wegen ihres unbeholfenen, lernresistenten und rückständigen Umganges mit technischen Möglichkeiten als „Internetausdrucker“ bezeichnet werden, ist ein trefflicher Schuss in die falsche Richtung, nämlich in die Richtung derer, die so sprechen. Denn diese belegen. Mit solchem Sprech. Dass sie das Internet und ihr gesamtes Wirken darin für flüchtig, frei von nachhaltiger Wirkung, keines langfristigen Erhaltes und keiner späteren, rückblickenden Rezeption für würdig befinden, dass sie ihre Inhalte — ganz genau so, wie es die Contentindustrie seit jeher tut — für den affektiv aufbrausenden Sekundenglanz und das große Vergessen erstellen;  dass sie, schon mittelfristig betrachtet, nur für die Mülltonne lesen, schauen,  schreiben, kommunizieren, fotografieren, musizieren, Videos erstellen — und, so dies einen erheblichen Anteil ihrer beschränkten Lebenszeit aufzehrt, dass sie in hohem Maße für eine digitale Mülltonne leben. Selbst, wenn das in vielen Fällen zuträfe, ist es doch nicht gerade eine Haltung, die einen Menschen mit so viel idiotischem Stolz erfüllen sollte, dass er sie auch noch proll und prall plakativ anpreise.

Wenn das gegenwärtige Internet dereinst — so, wie es sich viele Herrschende und Besitzende zurzeit zu wünschen scheinen — durch etwas ersetzt wird, was durch eine weniger dezentrale Struktur besser zum künstlichen Erhalt bestehender Privilegien und Machtstrukturen geeignet ist, denn werden wir von der Fülle der jetzt noch öffentlichen Gedanken und Beobachtungen neben den ausbleichenden Erinnerungen nur noch unsere Ausdrucke haben. Es wäre doch ein bemerkenswerter Witz der Geschichte, wenn diese sich ausgerechnet bei den Inquisitoren der diversen „Sicherheitsämter“ stapelten — und es wäre ein Witz der Geschichte, über den nicht zum ersten Mal gelacht werden könnte, wenn einem das Lachen nicht im grimmvollen Bauche hängen bliebe.