Ich erlebte diese Frau, dieses vom ewigen Kreisen um sich selbst und von Wahnvorstellungen zusammengehaltene Stück Psyche. Und. Wie sie alles zerbrüllte, terrorisierte, in ihre Intrigen und unnötige Zerstörungswut hineinzuziehen trachtete, weil sie aus sich selbst heraus nichts anderes mehr kann und deshalb vampiristisch mit der vergeudeten Energie ihrer meist friedliebenden Mitmenschen hausiert. Und ich sah auch ihre Kinder. Die ebenfalls in den großen Sog dieser Lochseele geraten und keine Chance haben, dieser Raserei zu entkommen; ein Jahrzehnt Psychotherapie werden sie wohl in ihrem Leben noch vor sich haben. Und ich dachte mir nur: Mord ist doch gar nicht so ein furchtbares Verbrechen, es muss doch jeder jeder sterben. Aber wie groß ist das durch nichts sanktionierte, völlig legale Verbrechen, den Lebenden die letzte Freude am Dasein zu rauben und sie in der inneren Wüste unbergbar zu vergraben; selbst freudlos, niemandem auch nur einen einzigen ruhigen Atem zu lassen. Manchmal. Ist es gar nicht viel, was einen Denkenden und Fühlenden von einem Mörder unterscheidet.

Wohl dem, der solche Menschen nicht seinem Dasein hinzufügen muss.

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