Glauben Sie wirklich, der Mond ist nicht da, außer wenn jemand hinschaut?

Albert Einstein (polemisch zur Quantentheorie)

Mondbesitzer — In Westerkappeln (Westfalen) lebt ein gewisser Martin Jürgens, der Eigentumsrechte am Mond beansprucht. In seinem Besitz ist eine Schenkungsurkunde, ausgestellt und unterschrieben vom preußischen König Friedrich dem Großen. In dieser Urkunde wurden der Familie Jürgens die Rechte am Mond übertragen, und es wurde ferner in aller gebotener Form vom Könige verfügt, dass dieses Eigentum am Mond jeweils auf den jüngsten Sohn weitervererbt werden soll. Auf diese Weise hat der König seinen Dank gegenüber einem besonders beflissenen Schergen Ausdruck verliehen, und natürlich hat sich der manchmal recht zynische Alte Fritz in seinem herrschaftlichen Wahn gar nicht erst die Frage gestellt, wer oder was ihm eigentlich das Recht gibt, den Mond zu verschenken. Hätte der Sprössling des als adlig bezeichneten Großräubertums stattdessen ein Stück Land auf der Erde verschenkt, denn wäre die Familie Jürgens wohl bis heute eine jener privilegierten Familien mit jenem großen Landbesitz, der dauerhaften Reichtum hervorbringt. Denn im Gegensatz zum Verschenken des Mondes stellt bis heute niemand die Gültigkeit einer solchen königlichen Schenkung von irdischem Land in Frage, viele derartige Verfügungen sind bis heute in Kraft, den Erben der Begüngstigten zum Geldquell. Wer es freilich absurd findet, dass jemandem der Mond gehören könnte, wie kann der es nicht wenigstens fragwürdig finden, dass irgendein Mensch Besitzrechte an irdischem Boden hat?

Steine — Das wesentliche Ziel des sowjetischen Raumfahrtprogrammes „Luna“ aus den Sechziger Jahren war es, noch vor den USA eine Probe Mondgestein zur Erde zu befördern. Hierzu wurde eine Proton-Rakete eingesetzt, die mit einem Startgewicht von rund 585 Tonnen eine Nutzlast von etwa 6000 Kilogramm zum Mond befördern konnte. Diese brachte eine Mondsonde in eine Umlaufbahn um den Mond, die mit den Steuertriebwerken der Sonde so angepasst werden sollte, dass der mondnächste Punkt der Bahn über dem geplanten Landegebiet lag. Dieser Punkt sollte der Oberfläche immer näher gebracht werden, und die immer noch hohe Geschwindigkeit sollte dann durch ein kleines Triebwerk reduziert werden, so dass es schließlich zu einer Landung auf dem Mond kommt. Nach der Landung würde die Bodenprobe mittels eines Bohrers entnommen und in die 39 Kilogramm wiegende Rückführkapsel überführt, die dann direkt zur Erde startet und von einem Fallschirm gebremst in der Sowjetunion landet. In dieser Kapsel sind bei planmäßigem Verlauf maximal 200 Gramm Bodenprobe vom Mond. Wer meint, dass dies doch ein recht monströses Projekt zur Gewinnung einiger Steine ist, der übersieht, dass der technische und finanzielle Aufwand der USA mit dem bemannten Apollo-Programm wesentlich höher war. Die Sonde Luna 15 wurde am 13. Juli 1969 gestartet, drei Tage vor dem Start von Apollo 11, die Mission schlug allerdings fehl und die Sonde stürzte unplanmäßig hart auf die Mondoberfläche. Die Apollo-Astronauten der USA in ihrem kleinen Raumschiff sahen sie vor diesem Scheitern noch vorbeiziehen, bevor sie ihre erfolgreiche Mission durchführten und insgesamt 21,6 Kilogramm Bodenproben einsammelten und zur Erde zurückführten. (Mit späteren, erfolgreichen Missionen des Luna-Programmes hat auch die Sowjetunion gut 300 Gramm Mondgestein gewonnen.) Wesentlich günstiger wäre es freilich gewesen, auf der doch recht nahe gelegenen Erde zu suchen, führt doch immer wieder einmal der Einschlag eines Metoriten auf dem Mond dazu, dass lunares Gestein herausgeschlagen und zur Erde befördert wird; dies geschah im Laufe der Jahrmilliarden derart häufig, dass wohl jeder schon einmal einen Stein in der Hand hatte, der vom Mond stammt. Im Jahre 1979 wurde in der Antarktis der erste Meteorit gefunden, der sicher als Mondgestein identifiziert wurde, mit gleicher Sicherheit kennt man heute einige Dutzend derartige Meteoriten. Für eine wissenschaftliche Untersuchung sind sicher als Mondgestein identifizierte Meteroiten sogar wertvoller, da sie mit gleicher Wahrscheinlichkeit aus jeder lunaren Geländeform stammen können und nicht nur die möglicherweise speziellen Verhältnisse eines recht beschränkten Ortes der Probeentnahme widerspiegeln. Vermutlich gab es bei allen Mondprogrammen während des kalten Krieges nur eines, was noch monströser als der technische Aufwand war, und das war die zugehörige Propaganda.

Der Hunger — Bei der Vorstellung hungernder Menschen denkt beinahe jeder Mensch in der BR Deutschland nach allen werbenden Anstrengungen des Spendengewerbes an Afrika, und an die großflächig plakatierten Kinderaugen mit reklamewirksamer Fliege darunter, die zum modernen Ablasshandel rufen. Und in der Tat. Ist die permanente Unterernährung dort oft die Ursache für ein schreckliches Verrecken der davon betroffenen Menschen. An die Zustände in großen und reichen Industrienationen wird hingegen weniger gedacht. Im Jahre 2005 waren in den USA über 10 Millionen Menschen wegen ihrer Armut von permanenter Unterernährung betroffen, und gut 35 Millionen Menschen hatten nicht die Möglichkeit, sich ausreichend zu ernähren, das ist immerhin ein Achtel der Bevölkerung. Im November 2006 haben die Regierenden der USA dieses Problem „gelöst“, indem sie seitdem in ihren offiziellen Statistiken nicht mehr von klar und deutlich vom Hunger, sondern vorsätzlich verschleiernd von „sehr geringer Nahrungssicherheit“ sprechen, als ob solcher Neusprech etwas an den Tatsachen änderte. Unterdessen wird in den USA immer mehr Mais zu Treibstoff für den Irrsinn der Individualmotorisierung verarbeitet und steht nicht mehr als Nahrungsmittel zur Verfügung, so dass sich im benachbarten Mexiko viele arme Menschen nicht mehr ihre Tortillas leisten können.

U-FOol-ogie — Wenn die Religion das Opium des Volkes (Marx) oder das Opium für das Volk (Lenin) ist, denn ist die gegenwärtig von so genannten Sachbuchautoren in Geld verwandelte UFOlogie mit ihrer parareligiösen Mimikry das LSD des Volkes: Eine stark halluzinogen wirkendes Drogensurrogat für schlichte Gemüter mit zu großer Angst vor richtigen Drogen, das sogar dazu führt, dass sonst recht unauffällige Zeitgenossen den Anblick der Venus für eine persönliche Begegnung mit einem Raumschiff außerirdischer Zivilisationen halten, die ihre hütenden Augen über das Treiben der Menschheit an den Himmel kleben. Da kann man doch gleich den geist- und verantwortungslosen Irrsinn der irdischen Zivilisation weitertreiben, es sind ja mächtige Wesen da, die jederzeit eingreifen können.

Mit fröhlichem Gruß an Werner Walter, CENAP