Zeitgenosse: „Aber du lebst doch wenigstens in Deutschland, ist das nicht Grund genug, ein bisschen nationalistisch zu sein.“

Nachtwächter: „Dass ich in Deutschland lebe, hat nichts mit dem Staat zu tun, und ich lebte auch in Deutschland, wenn der Staat diesen Namen nicht mit seiner Existenz besudeln würde. Wenn eine kriminelle Organisation mir gewaltbewehrt ein Angebot macht, zu dem ich nicht ’nein‘ sagen kann; wenn sie mir unter einem Satz empfindlicher Drohungen ein so genanntes ‚Schutzgeld‘ abpresst, dessen Zahlung mich im Wesentlichen vor der angedrohten Gewalt der Erpresser schützt; wenn mir diese Organisation mit der gleichen, ständigen Gewaltdrohung ihre Regeln aufzwingt, nach denen ich zu leben habe, sollte ich denn das Treiben derartiger Verbrecher etwa schätzen, gar lieben und zelebrieren? Was ist dieser Staat anderes als das Treiben einer kleinen, verbrecherischen Kaste, die den Schutz ihres Verbrechens vor den Opfern ihres Verbrechens zu einem Recht erklärt, das für die Mitglieder dieser verbrecherischen Kaste keine Wirksamkeit hat. Und. Was ist die so genannte Mafia anderes als das Treiben von Verbrechern, die die Strukturen der staatlichen Herrschaft in ihrem Tun imitieren. Ich empfinde für die lebensverachtende Gewalt nichts als Verachtung, gleich, ob sie sich nun Mafia oder BR Deutschland nennt, ob sie ihre Erpressung ‚Schutzgeld‘ oder ‚Steuer‘ nennt. Warum auch sollte ich schätzen, was mich verachtet? Es reicht mir, sterben zu müssen, da lasse ich mir das Leben nicht bereitwillig zerbrechen.“

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