Wenn man ihm gegenübersitzt, sieht man durch das bloße Hinschauen, wie es um ihn steht — sein ganzes Leben ist beschädigt. Er hält sich an seiner Zigarette fest, ganz so, wie sich ein Ertrinkender an einen Strohhalm klammert; er zieht daran mit einer Intensität, wie sie nur selten zu sehen ist. Er hatte es sich abgewöhnt, das Rauchen, vor allem wegen der Kinder, aber er hat wieder angefangen, als es unerträglich wurde. Die Kinder sieht er kaum noch. Die Kinden sollen ihn auch nicht mehr sehen, sollen ihn vergessen. Die Körperhaltung ist eingesunken, jede Geste zurückhaltend, der gebrochene Blick mag sich kaum vom Boden lösen. Seine Stimme verrät selbst in ihrem zerbrochenen Klang noch, das sie einmal energisch, tatkräftig, zielgerichtet geklungen haben muss; damals, bevor er arbeitslos wurde, bevor seine Frau ihn mit einem dauerhaften Psychoterror fertig machte und sogar mit Gewalt aus der Wohnung geworfen hat — er kam aus falsch verstandener Ehre nicht einmal auf die Idee, zurückzuschlagen. Immer wieder, wenn er vom Jetzt und vom Damals erzählt, fügt er eine Art Mantra der tröstlichen Verblendung des New Age in seine Worte ein, die mich gegen die Tränen kämpfen lassen. Immer wieder sagt er mit einer Kraft, der man beim Hinhören das Zitternde und Gezwungene anmerkt, die Worte „Alles wird gut“. Und. Bekräftigt mit dieser hoffnungslos hoffenden Methode der Verdrängung erst, wie schlimm es wirklich ist.

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