Wenn man eine Zeitung aufschlägt und die Familienanzeigen betrachtet, einen Blick darüber schweifen lässt, wer alles so gestorben ist und was diesen Toten wie eine verwelkte Blume als kleiner Nachruf in substanzlosen, zur kalten Formelhaftigkeit erstarrten Phrasen hinterher geworfen wird, denn liest man darin nur von fürsorglichen Müttern, lieben Vätern, geschätzten und zuverlässigen Kollegen, die allesamt völlig unerwartet und in der Regel viel zu früh aus unsere Mitte gerissen wurden. Es ist eine Auflistung alljener Chraktereigenschaften, die man bei den ganzen Lebenden schmerzlich vermisst. Der Denkende fragt sich unwillkürlich, wann endlich die ganzen Halunken und Kaltherzen sterben, die doch den Alltag der Lebenden viel deutlicher prägen… :mrgreen:

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