Herzlichen Glückwunsch zum Erwerb der Mitgliedschaft in einer religiösen Organisation des Christentums. Sie haben sich für ein international anerkanntes Spitzenprodukt der späteren römischen Kultur mit einer 1600jährigen Tradition entschieden. Wir danken ihnen für ihr Vertrauen und für ihre Bereitschaft, einer guten Milliarde zufriedener Nutzer unseres Produktes beizutreten.

Damit sie eine lange und ungetrübte Freude mit diesem großartigen, kulturellen Produkt haben und auch seine verborgenen Möglichkeiten besser kennen und verstehen lernen, nehmen sie sich bitte die Zeit, die folgende Kurzanleitung sorgfältig zu studieren. Sollten sie dabei weiter gehende Fragen haben, wenden sie sich bitte an den für sie zuständigen Kundendienst — die Kontaktdaten erfahren sie in den Publikationen ihrer christlichen Gemeinschaft — oder auch direkt an Gott. Aber beharren sie dabei bitte nicht auf ihrem Verlangen nach einer zufrieden stellenden Antwort oder einem umfassenden und verbindlichen Benutzerhandbuch! Glauben sie uns einfach, wir wollen nur ihr Bestes!

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme des Christentums ist sehr einfach. Sie bedürfen nur einer so genannten Taufe. Es handelt sich dabei um den Kontakt mit Wasser, der zusammen mit magischen Proklamationen ihre Mitgliedschaft unter den Christen sofort und ohne die Möglichkeit eines späteren Widerrufes in Kraft setzt. Danach sind sie ein so genannter „Christ“.

Wenn sie als Kind christliche Eltern oder einen christlichen Sorgeberechtigten hatten, wurde diese Inbetriebnahme in aller Regel schon im Säuglingsalter durchgeführt und ist vollgültig. Eine besondere Einwilligung oder Entscheidung ihrerseits ist eben so wenig erforderlich wie eine Wiederholung der Inbetriebnahme.

Nach der Inbetriebnahme

Nachdem sie das Christentum in Betrieb genommen haben, sind sie gegen eine Reihe schädlicher Eventualitäten wirksam geimpft. Die steht im Zusammenhang damit, dass alle Menschen nach ihrem Tod weiterleben und dass die Umstände ihres Weiterlebens der Entscheidungsgewalt Gottes obliegen. Gott sortiert die Menschen nach dem Kriterium der korrekten Inbetriebnahme durch eine Taufe, und wer sie aus irgendeinem, auch vernünftigen, Grund versäumt hat, wird von Gott automatisch in die Hölle geworfen. Dies ist eine Folterkammer, in der die Nichtgetauften für eine unendlich lange Zeit auf alle erdenkliche Arten gequält werden. Sie sehen gewiss die Notwendigkeit dieses Impfschutzes gegen die Hölle ein und haben auch Verständnis dafür, weshalb liebende Eltern ihre Kinder unmittelbar nach der Geburt gegen dieses Unheil schützen wollen.

Einige gefährliche christliche Sekten, die es unbedingt zu bekämpfen gilt — vor allem die Zeugen Jehovas — glauben nicht an die Hölle und sind der Auffassung, dass ein liebender und gnädiger Gott die Menschen nach fehlerhafter Inbetriebnahme nur vernichten und nicht endlos quälen würde. Diese an menschliche Maßstäbe von Güte und Gnade angelehnte Vorstellung ist nicht geeignet, die erforderliche Angst den erforderlichen Ernst gegenüber Gott sicher zu stellen und deshalb zu verwerfen. Meiden sie den Kontakt mit solchen Auffassungen nach ihrer Inbetriebnahme!

Funktionsweise

Die Funktionsweise der Inbetriebnahme des Christentums durch die Taufe ist recht komplex und erfordert die Darlegung so genannter „religiöser Wahrheiten“. Der folgende Abriss ist eine kurze Zusammenfassung. Wenn sie tiefer gehende Informationen benötigen, wenden sie sich an ihre Gemeinde und fragen sie dort einen qualifizierten Wartungsexperten für ihr Seelenheil. Sie können sich auch die Briefe von Paulus in der Bibel studieren oder die überall erhältlichen Traktate christlicher Gemeinschaften lesen — aber fallen sie dabei nicht auf das Schriftgut irrationaler und gefährlicher Sektierer herein! Im Zweifelsfall verzichten sie lieber darauf, denn die Funktion ist auch ohne ihr Wissen sicher gestellt.

Der liebende Gott hasst alle Menschen und muss sie deshalb vernichten. Dies steht im Zusammenhang mit Adam, dem ersten Menschen. Dieser wurde von Gott kurz nach Abschluss der Schöpfung in einen Garten gesetzt, in dem Gott auch einen Baum pflanzte, von dessen Früchten Adam nichts essen sollte. Adam hatte auch eine Frau namens Eva, und die Schlangen konnten damals noch sprechen. Die Schlange hat Eva aufgefordert, etwas Obst von diesem Baum zu essen, Eva fand den Anblick appetitlich und aß und Adam tat es ihr nach. Daraufhin mussten die beiden arbeiten, sterben und fern vom Garten leben. Gott hat den Menschen niemals diese Verfehlung verzeihen können und wegen des kleinen Genusses eine ewige Strafe über die ganze Menschheit verhängt.

Um dennoch seine göttliche Liebe zu zeigen, hat sich Gott einen Plan für die Menschen ausgedacht. Er suchte sich ein paar Menschen aus und gab ihnen eine Religion mit Auflagen, die diese Menschen gar nicht erfüllen konnten, das so genannte Judentum. Die Erfüllung dieser Auflagen sollte die Beziehung zu Gott heilen, aber der allwissende Gott wusste natürlich schon vorher, dass die Menschen daran scheitern würden. Sie sollten aber wenigstens einsehen, dass sie keine Chance haben, vor dem unendlichen Zorn des liebenden Gottes zu bestehen. Schließlich suchte sich Gott eine junge Frau aus und ließ sie unter nicht näher geklärten Umständen ein Kind gebären, das sein eigener und einziger Sohn ist: Jesus. Dieser Mensch, der Gott selbst zum Vater hatte, konnte die Gesamtheit der gegebenen Auflagen erfüllen und ließ sich dann wie ein Verbrecher hinrichten, um die von Gott verhängte Strafe des Todes und der Folterung stellvertretend für die gesamte Menschheit entgegen zu nehmen. Schließlich wachte sein Leichnam wieder auf und ging zu seinem Vater, zu Gott, zurück.

Wer sich taufen lässt, nimmt durch diesen faulen Zauber dieses Sakrament das stellvertretende Opfer Jesu an und muss deshalb keine Strafe Gottes mehr befürchten. Zur Verbesserung der Funktion ist es ratsam, aber nicht unbedingt erforderlich, daran fest zu glauben.

Wartung und Pflege

Einer der größten Vorteile des Christentumes gegenüber anderen Religionen ist der geringe Aufwand mit der täglichen Wartung. Es bedarf keines fünfmaligen Gebetes und keiner aufwändigen Denkanstrengung, um ein Christ zu sein, auch ist die sonstige Lebensführung weitgehend uneingeschränkt. Die wesentliche Tätigkeit ist bereits ohne eigenes Zutun geschehen, und so kann sich der Christ nach Gutdünken im Alltag bewegen. Einige Dinge sind aber dennoch zu beachten, sie seien hier kurz zusammen gefasst:

Gebet — Gott ist zwar allwissend und kennt alle Gedanken der Menschen, möchte aber dennoch immer wieder angesprochen, gelobt und schulterbeklopft werden. Hierzu wird das so genannte Gebet verwendet. Der Betende spricht und glaubt, dass Gott ihm zuhört. Wer nicht weiß, was er Gott sagen soll, findet jede Menge biblischer und liturgischer Vorgaben für seine Gesprächsversuche. Ständige Wiederholung einfacher Sätze im monotonen Singsang ist genau die richtige Haltung, ein allwissender Gott kann eh nicht mehr gut unterhalten werden.

Moral — Obwohl der Christ nicht durch eigenes Handeln zu Gott gelangt ist, muss er alles dafür tun, eine möglichst restriktive und angstvolle Moral für möglichst viele Menschen zur verbindlichen Norm zu machen. Besonders bewährt und geeignet zur Verstärkung eines solchen Anliegens sind Angstreden über die Schrecken des höllischen Feuers und göttlichen Zornes, Zuckerreden über die gewaltige Liebe Gottes und unverbindliche „Weisheiten“ über den Wert des Lebens und des liebevollen menschlichen Miteinanders. Letztere kann man sogar als Schmuckkarte im KZ oder im christlichen Kinder- oder Pflegeheim aufhängen. Diese religiöse Anwendung ist der einzige Bereich, in dem die wenigen überlieferten Worte Jesu eine gewisse Rolle spielen können, ansonsten zählt für den Christen nur der stellvertretende Tod Jesu.

Gottesdienst — Regelmäßiges Anhören der vernünftigen christlichen Leere Lehre stärkt den Glauben daran. Also mindestens einmal pro Woche zum quasi-beamteten Wartungsexperten für die heilbringende Leere Lehre gehen, und bald schon werden sich alle Fragen in ein Weihrauchwölkchen auflösen. Das göttliche Geschenk des THC im Weihrauch hat sich als bestärkendes Mittel in diesem Prozess bewährt.

Abendmahl — Bei dieser Wartungsarbeit innerhalb des christlichen Gottesdienstes wird vom Wartungsexperten eine Oblate in den gegenwärtigen Körper Jesu und ein Becher Wein in das gegenwärtige Blut Jesu verwandelt. Die Christen erweisen dann Jesus ihre Liebe, indem sie Jesus gemeinsam aufessen und doch nicht daran satt werden. Katholiken sprechen auch von der „Eucharistie“, weil das geheimnisvoller klingt und den wirklichen Sinn der kannibalistischen Handlung besser verbirgt.

Beichte — Um sich immer darüber gegenwärtig zu sein, dass Gott die ethische Verderbtheit des Menschen hasst, sollte keineswegs nach ethischer Vervollkommung gestrebt werden. Stattdessen ist das regelmäßige Bekenntnis der eigenen Verderbtheit abzulegen, um sich aufs Neue und voller geheuchelter Dankbarkeit darüber klar zu werden, dass Jesus die Folgen der eigenen Verderbtheit in seinem Opfertod auf sich genommen hat. Man sagt dabei aber niemals, dass dieser Gnadenakt ja noch größer wird, wenn man noch verkommener lebt und handelt, denn solche Wahrheit ist ausgesprochen unerwünscht. Man lebt einfach so, ohne es deutlich auszusprechen. Aus dieser Haltung resultutiert das besondere ethische Gepräge christlicher Gesellschaften.

Sex — Geschlechtsverkehr darf es nur innerhalb einer Ehe geben, die vom christlichen Wartungsexperten abgenommen wurde und die dann bis zum Tod eines Partners bestehen bleibt. Der Geschlechtsverkehr dient zur Erzeugung von Kindern, Verhütungsmittel sind zu vermeiden. Diese weit gehende Restriktion des stärksten menschlichen Triebes und der größtmöglichen erfahrbaren Lustempfindung führt zu ständigem Scheitern, dass dann durch Beichte behandelt wird. Andere Verfehlungen sind, damit verglichen, unerheblich.

Kinder — Die beim Sex entstehenden Kinder sind immer zu taufen, um ebenfalls gegen die Hölle geimpft zu sein. Für Katholiken gibt es spezielle Löffel, mit denen die Kinder noch im Mutterleib getauft werden können, wenn eine Totgeburt droht. Die Eltern sind angehalten, die Kinder durchzuprügeln und ihnen Angst Respekt vor Gottes Zorn, Gottes Liebe und der unverdienten Gnade durch Jesu Opfer zu lehren. Dies wird im Zweifelsfall auch in christlichen Institutionen zur Vergewaltigung Betreuung von Kindern durchgeführt.

Geld, Besitz und Macht — Der Christ sollte Sorge dafür tragen, dass es zu einer Akkumulation von Machtmitteln bei christlichen Institutionen kommt. Er sollte Geld an christliche Organisationen spenden; frohen Mutes seine Kirchensteuer blechen; seine Kinder in christliche Kindergärten schicken, um noch mehr freie Arbeitskraft zu haben und diejenigen Parteien wählen, deren Kürzel mit einem „C“ beginnt oder aber „PBC“ lautet.

Auswirkungen des Christentums

Der Christ, der korrekt in Betrieb genommen wurde und den Vorschlägen für die Wartung und Pflege seines Christentumes gewissenhaft folgt, bekommt dafür ein ewiges Leben.

Da die Erfahrung der letzten 1600 Jahre gezeigt hat, dass auch Christen sterben, geht man schon seit längerer Zeit von einem Weiterleben nach dem Tode aus, wobei sich die verschiedenen christlichen Gemeinschaften noch nicht einig über die Einzelheiten geworden sind. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Fortexistenz in einem fernen Wolkenkuckucksheim im Himmel, das alle Bedürfnisse abdeckt und für das widerstandslos geduldig ertragene, beschädigte Leben auf der Erde entlohnt. Für Zerstreuung ist dabei gesorgt, kann der Christ doch zusammen mit allen Päpsten, Herrschern, Kriegsherren und sonstigen christlichen Gewalttätern dabei zuschauen, wie alle ungetauften „Gutmenschen“ eine Ewigkeit lang in der Hölle gefoltert werden.

Bei solcher Belohnung schickt es sich einfach nicht, nach irdischen Vorteilen zu fragen. Man freut sich einfach auf das Kommende, wenn doch eigentlich alles vergeht. Ansonsten hat man ja auch nichts zum Freuen, wenn man im kulturellen Kontext des Christentums leben muss.

Abschließendes

Sie sehen, das Christentum ist nicht umsonst eine so erfolgreiche Religion geworden. Wir wünschen ihnen viel Dummheit Freude, Gottes billig zuzusprechenden Segen und ein Leben voller sklavenhafter Passivität Hoffnung als Christ.

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