Wer diese „Freunde“ hat, benötigt keinen Feind mehr auf dieser Welt. Wo immer eine Veranstaltung gegen den Antisemitismus in Deutschland stattfindet, wo immer Menschen gegen das neue Erstarken des Rassismus demonstrieren, wo immer des Holocaust gedacht wird, wo immer eine öffentliche Veranstaltung oder Kundgebung zum so genannten „Nahost-Konflikt“ stattfindet, da tauchen diese „Freunde“ auf und bringen es in ihrem geistlosen religiösen Fanatismus zu beachtlichen Leistungen der Herzlosigkeit, der Perversion, des Rassismus und des Denkverzichtes. Es sind die unauffällig gekleideten Männer und Frauen aus der „Partei Bibeltreuer Christen“ oder vergleichbaren Zusammenschlüssen, die unentwegt jedem, der es hören will, und eigentlich auch jedem, der es nicht hören will, darlegen, wie gern sie den Staat Israel und die Juden haben. Nein, nicht etwa, weil die kulturellen und politischen Leistungen des Staates Israel bewundert werden, sondern weil den Juden und dem Staate Israel in der christlichen Lehre dieser „Freunde Israels“ eine besondere endzeitliche Rolle zugeordnet wird, die sie zu erfüllen haben — jemand muss sich ja hinstellen und die „letzte Schlacht Gottes“ gegen „alle Königreiche der Welt“ kämpfen, damit endlich der Wille Gottes geschieht und dieser Jesus Christus endlich wiederkommt, um „sein Reich“ zu errichten und endlich unauslöschliches Höllenfeuer auf alle Menschen regnen zu lassen, denen solche Fürze nicht durch das Gehirn geistern. Deshalb soll der Jude, der von solchen „Freunden“ immer auch als Israeli verstanden wird, gleich wie er die Politik dieses Staates Israel auch verachten mag, auch ja kein annektiertes Land zurückgeben oder auf andere Weise nach Frieden streben, denn das Beharren auf diesen Eroberungen entspricht ja dem Text des Evangeliums, dem wörtlichsten Worte Gottes; und das eroberte Land kommt aus den Verheißungen Gottes. Wehe dem Juden, der solch kalter Vereinnahmung widerspricht, er ist wohl kaum ein richtiger Jude, da wird die Liebe solcher „Freunde“ flugs ein bisschen kühler. Wehe auch dem Israeli, der stolz darauf ist, dass die Religion in seinem Staat eine eher untergeordnete Rolle spielt und der zornig darüber ist, dass sie zu Kriegszwecken dauernd instrumentalisiert wird und der sich dennoch darüber freut, wie sich die Homosexuellen in Tel Aviv organisieren und engagieren, um dort eine bunte Subkultur zu bilden. Das ist für so einen „christlichen Freund Israels“ völlig unverständlich, aber dieser „Freund“ kann auf diesem Hintergrund wenigstens verstehen, warum sich der „Segen Gottes“ nicht in anhaltenden militärischen Erfolgen der Israelis zeigt. Nein, so ein Jude und so ein Staat Israel hat für diese seine „christlichen Freunde“ gar keine richtige Existenzberechtigung mehr…

…sondern nur einer, der im idiotischen religiösen Fatalismus gegen die Wand läuft, der sich selbst zerstört, um solchen „Freunden“ zu gefallen und der dabei nach Möglichkeit noch viele andere Menschen in den Tod reißt. Die Juden sollen sich gefälligst im Staate Israel sammeln und dort die Apokalypse vorbereiten! Das ist ein rechter Jude nach der Auffassung dieser „Freunde“!

Weshalb die Flyer mit den diesbezüglichen Texten, derartige politische Reden und das Programm der PBC und der christlichen Sekten im Dunstkreis dieser sich als philosemtischen verlarvenden, scheinbar religiös motivierten Judenhasser — einschließlich der Tätigkeiten und Schriften des niederländischen „Evangelisten“ Wim Malgo mit seinem unerträglich rassistischen „Mitternachtsruf“ — nicht als Volksverhetzung betrachtet und verfolgt werden, gehört zu den Geheimnissen der zuständigen Staatsanwälte. Es könnte damit zu tun haben, dass es ausnahmsweise um religiös verbrämte Gewaltverherrlichung durch Christen — und nicht durch Moslems — geht.

Sorry, das kam jetzt etwas außerhalb der Aktualität, aber ich brauchte einfach ein paar Tage, um den Kloß aus dem Hals zu kriegen. Es wird auch beim nächsten medial begleiteten Gemetzel wieder aktuell sein.