Wer häufiger in dieses kleine und weit gehend unbedeutende Blog schaut, weiß, dass es hier alles ohne Werbung, kostenlos und frei (unter Piratenlizenz oder — im Falle der Musik — unter einem ebenfalls recht freien Lizenzmodell, das lediglich die gewerbliche Verwendung der Werke verhindern soll, gibt). Ich halte nichts davon, aus jeder Kommunikation einen sozial optimierten Geschäftsvorgang zu machen.

Zur Freiheit meiner Veröffentlchungen gehört für mich auch eine Haltung, dass ich meine paar eigenen Programmierungen im Rahmen dieses Blogs anderen zur Verfügung stelle, so weit dies problemlos möglich ist. Ich bin der Meinung, dass alle Menschen von einer solchen Haltung des freien Gebens und Nehmens profitieren können. In der Praxis mache ich aus kleineren Programmierungen dann Plugins für WordPress, die ich unter freien Lizenzen zur Verfügung stelle, damit möglichst viele Menschen davon profitieren können, und ich mache mir ferner die (geringe) Mühe, diese Plugins leicht in andere Sprachen übersetzbar zu gestalten und selbst zweisprachig (in deutsch und englisch) zu veröffentlichen, damit sie von größtmöglichem Nutzen sind.

So ist etwa der kleine Besucherzähler in der Seitenleiste…

So sieht dieser Zähler im Moment aus...

…ein WordPress-Widget, das hier jeder herunterladen, an seine eigenen Bedürfnisse anpassen und unter den Bedingungen der GNU/GPLv2 verwenden kann. Ich habe diesen Zähler zu einer Zeit programmiert, in der es zwar jede Menge teils recht aufwändiger Plugins für Statistiken aller Art gab, aber keinen schlichten, einfachen Zähler, der wenig Resourcen benötigt und für den Bloggenden leicht zu verwenden war — und ich hatte dabei auch im Hinterkopfe, dass einige Anbieter unter dem Deckmäntelchen der an sich recht lächerlichen Dienstleistung einer schlichten Besucherzählung SEO-Spamlinks in die Blogs einbetten oder gar ein Blog mit penetranter und gewaltsamer Reklame vergällen. So etwas ist wohl in der Regel unerwünscht, und solchen meines Erachtens schäbigen „Geschäftsmodellen“ wird am wirksamsten begegnet, indem freie Alternativen geschaffen werden, die jeder Bloggende ohne derartige Seiteneffekte verwenden kann.

Dieses sehr kleine Widget habe ich auch in die Plugin-Datenbank von WordPress eingetragen, weil es darin noch nichts Vergleichbares gab. Auf diese Weise lässt sich das Widget von interessierten Bloggern sehr viel leichter finden als etwa mit einer Google-Suche, die doch leider eine Flut derjenigen kommerziellen Angebote hervorspült, die eigentlich mit einem solchen Widget umgangen werden soll. Natürlich wurde es auch häufiger hier heruntergeladen…

So weit, so gut.

Es ist natürlich nicht so, dass jede kleine Programmierung von mir fehlerfrei wäre. Ganz im Gegenteil, es gibt keine Sache, die so einfach ist, dass ich sie nicht falsch machen könnte — und so lange ein Fehler nicht bei mir auftritt, bemerke ich ihn nicht einmal. Dafür finden ihn dann andere Benutzer meines Gestrokels, und bei mir häuften sich im Laufe der Zeit kleine Fehlerberichte für ein Stück Code, das in diesem Blog ganz hervorragend funktioniert. Es herrschte also ein gewisser Handlungsbedarf.

Vor ein paar Tagen habe ich mich „erbarmt“ und den (relativ kleinen) Fehler behoben. Es hat ein bisschen gedauert, weil ich nicht immer (und oft für viele Wochen gar nicht) eine brauchbare Arbeitsumgebung habe, und weil ich anfangs den Hinweisen wenig technikaffiner Menschen nicht entnehmen konnte, an welcher Stelle mein Fehler genau liegt. Nachdem ich den Fehler dann aber doch verstanden hatte, stand er noch für etwa fünf Monate unter vielen anderen Dingen in meiner großen TODO-Liste, und leider waren die anderen Dinge oft ein bisschen drängender — von den üblichen, niemals planbaren Unwägbarkeiten des Lebens, die zusätzlich dazwischen kommen, muss ich hoffentlich keinem Lebenden etwas erzählen. Aber irgendwann komme ich eben auch einmal dazu, das zu tun, was ich mir vorgenommen habe, und jetzt ist der Fehler draußen.

Es ist klar, dass ich die neue Version auch gleich in die Plugin-Datenbank eingetragen habe, damit niemand mehr die fehlerhafte alte Version herunterlädt.

Wenn man eine neue Version für ein halbwegs populäres WordPress-Plugin in diese Plugin-Datenbank bringt, wird darüber im halboffiziellen Blog „Weblog Tools Collection“ berichtet. [Dieses Blog, das Bloggende dazu auffordert, sich mit eingeblendeteter Reklame und eingebetteten Spamlinks für die Suchmaschinen ihr Schreiben „bezahlen zu lassen“, wird von mir bewusst nicht verlinkt.] Die aktuellen Einträge dieses Blogs werden im Dashboard (ich finde dieses Wort immer noch fürchterlich) jedes WordPress-Blogs sichtbar. Das ist durchaus begrüßenswert, da so jeder über Neuentwicklungen und neue Versionen bestehenden Codes informiert wird. Und es ist auch gar nicht überraschend, dass die Veröffentlichung einer neuen Version deshalb zu zwei Tagen mit deutlich erhöhten Zugriffszahlen führt, da sich eben viele Menschen die neue Version herunterladen — gar kein Problem, genau deshalb veröffentliche ich sie ja.

Wenn das alles kein Problem ist, warum erzähle ich das alles in solcher Breite, fragt sich jetzt vielleicht der eine oder andere Leser.

Ganz einfach: In Folge der Veröffentlichung einer neuen Version meines kleinen und recht unwichtigen Widgets hatte ich (bis jetzt) 232 SEO-Spamkommentare, die mir von irgendwelchen Fäkalmaden in dieses bewusst werbefreie Blog gerotzt wurden. Der einzige Zweck dieser „Kommentare“ bestand darin, äußerst fragwürdige Blogimitate und Websites mit teilweise kriminellen Angeboten mit ein paar ausgewählten Schlüsselwörtern für Google und andere Suchmaschinen innerhalb dieses Blogs zu verlinken, um auf Seiten der Suchmaschinen das Ranking zu manipulieren und so dafür zu sorgen, dass diese Drecksseiten in den Ergebnislisten weiter oben positioniert werden.

Auch, wenn ein recht großer Teil dieser Pest automatisch erkannt wird, macht mir so etwas eine immense Arbeit — und die nicht erkannten, teils „liebevoll“ von Hand geschriebenen Schrottkommentare mussten natürlich händisch von mir gelöscht werden. Oder anders gesagt: Ich kam einen ganzen Tag lag nicht vom Rechner weg, weil ich dieser Seuche des modernen Internet in meinem kleinen und größtenteils harmlosen Blog nicht den geringsten Raum zu geben gedenke.

Unter der Bedingung solcher Zustände erachte ich es im Moment nicht mehr als tragbar, weitere Verbesserungen oder spätere Neuentwicklungen an dieser Stelle zu veröffentlichen. Wenn das einfache Veröffentlichen eines kleinen Stücks Codes, das einige Menschen nützlich finden, dazu führt, dass gewisse Verbrecher und zwielichtige Gestalten mein Blog als eine Plattform für ihr verachtenswertes Treiben missbrauchen, denn sehe ich mich völlig außerstande, ein solches kleines Stück Code in Zukunft zu veröffentlichen. Ich habe nämlich auch noch ein richtiges Leben, jenseits des Internet. Und. Die alltägliche SEO-Spam in diesem Blog ist schon schlimm genug.

Deshalb wird es hier in Zukunft niemals mehr ein veröffentlichtes WordPress-Plugin von mir geben — und deshalb werde ich eventuelle Fehlerkorrekturen auch nicht mehr publizieren. Die einzige „Alternative“, die ich im Moment zu dieser Entscheidung sehe, ist eine abgeschaltete Kommentarfunktion. (Die auffallend ähnlich gestrickten Spamkommentare wurden keineswegs nur bei den Einträgen für das Widget hinterlegt, sondern sie wurden am Tage der Veröffentlichung über das ganze Blog gestreut, so dass die Abschaltung der Kommentare für einen einzelnen Beitrag wohl nicht wirksam wäre.) Und das wäre für mich keine Alternative, sondern eine Kastration der Idee des Bloggens — da könnte ich auch gleich aufhören.

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