Wer seinen Glauben bestätigen und auf andere Menschen ausbreiten will, und dabei jedes existierende Wissen für unbeachlich erklärt, betreibt keine „Wissenschaft“, nicht einmal eine „Grenzwissenschaft“, sondern eine „Glaubenschaft“. Die Alltagssprache nennt diese „Glaubenschaft“ schlicht „Aberglaube“, wohl auch deshalb, weil diese hoffnungslos Gläubigen jeder sicheren Erkenntnis ihr „Aber“ wie einen Abwehrzauber entgegen setzen. Der wahre Gläubige und der Kaufmann der Ware Gläubigkeit fürchtet sich vorm Wissen wie der Teufel sich vorm Weihwasser fürchten soll. :mrgreen:

Wer auftritt, als ob er sich berufen fühlte, die Menschheit davon zu überzeugen, dass ein freier Markt alle gesellschaftlichen Probleme mit „unsichtbarer Hand“ zur maximalen Zufriedenheit aller beteiligten Menschen löste, der kommt nicht mit einer Wissenschaft, sondern mit einer Mission; daran vermag auch der Aufdruck eines akademischen Grades auf der Visitenkarten nichts zu ändern. Er ist leider in seinem in scheinbar wissenschaftlicher Sprache verlarvtem Aberglauben genau so blind gegen die Wirklichkeit wie jeder andere fanatische Wirrkopf, und an Stelle von öffentlichen Ehrungen und einer medial millionenfach verstärkten Stimme für seine gefährlichen Hohlheiten sollte ihm besser eine hinreichende tägliche Dosis eines zentraldämpfenden Mittels gewährt werden — denn ein gefährlicher Aberglaube ist nicht nur tödlicher als ein Schnupfen, sondern auch um einiges infektiöser. Wie ein aufmerksamer Blick in ein gutes Geschichtsbuch beweist.