Es ist schon etwas skurill: Ich kenne sehr viele Menschen, die sich mit dem über Wasser halten (müssen), was ihnen kampflos gegeben wird, wenn sie darum bitten. Und fast alle diese Menschen haben Silberbestecke.

Es handelt sich dabei niemals um irgendwelche Erbstücke. Sondern. Es ist so, dass viele Menschen heute kein Silberbesteck mehr haben wollen. Es wird im Zeitalter der Geschirrspülmaschine als recht umständlich empfunden, Bestecke zu haben, die leicht anlaufen und auch in ihrer normalen, silberdumpfen Farbe gar nicht in jene blitzenden Haushalte und Küchen passen wollen, die auf den Betrachter wirken, als seien sie direkt aus den sterilen Phantasien der Werbekataloge in die Wirklichkeit gefallen. Deshalb ist es ein Leichtes, bei einer Haushaltsauflösung richtiges Tafelsilber zu bekommen, will es doch niemand mehr haben. Manchmal wird es auch direkt verschenkt, und gelegentlich findet sich auch ein solches Stück aus Zeiten, in denen die Menschen noch einen Wert unabhängig von Moden und Werbefeldzügen kannten, im Müll.

Wie doch unter den Bedingungen eines industriell gestanzten, für den Vorgang des sinnlosen Konsums zugerichteten Lebens jedes Empfinden für die Dinge und ihren Wert verloren gegangen ist!