Es begab sich aber zur Zeit des zerfallenden kapitalistischen Systemes, dass ein Gebot von Kaiserin Kommerzia ausging, dass alle Medien die Hirne der Menschen mit verdeckter und mit offener Reklame beizen sollten. Und alle Medien, die kleinen und die großen, sie gingen schwanger mit hochnotpeinlicher Realsatire, die sie an allen möglichen und unmöglichen Orten gebaren, den Menschen zur Last und zum lasterhaften wie gequälten Gelächter. Eine Erlösung war nicht in Sicht, und niemandem erschien ein Engel mit frohvoller Kunde.

Nun, es ist wieder einmal ein mehr hannöversches, ja, eigentlich noch mehr ein Lindener Thema — aber ich kann mich nach vielen Gesprächen der letzten Tage einfach nicht mehr zurückhalten. Das Thema ist das Ihme-Zentrum. Diese triste Betonburg soll ja immer noch umgebaut und in „Lindenpark“ umbenannt werden. Allerdings wurden die Investoren zwischendurch ein wenig am Säckel krank, und was eigentlich schon in diesem Jahr eine gewisse Reife hätte erreichen sollen, es ist eine riesengroße Baustelle, auf der noch so mancher Mensch lebt.

Der erste so genannte „Center-Manager“ in dieser Umbauphase, dieser Typ, dessen Namen ich so vergessen habe, wie ich seine gesamte Person für vergessenswürdig halte, er ist schon Geschichte. Er war eine PR-beflissen heitere, prollpositv-denkende Type; jemand, der in einem einzigen, völlig schamlosen Atemzug sprechen konnte, dass er gar nicht aus Hannover komme und dabei doch der heimatverbundene Lindener sei und in solchem Blendsprech gar nicht an den eigenen Lügen zu ersticken drohte, wenn er den Menschen in Linden diesen Haufen architektonischer Hässlichkeit und Kälte medial als leckeres Bonbon verkaufen wollte. Seine Erfolglosigkeit fügt sich in die große Reihe des Scheiterns, das bislang noch mit jedem Versuch verbunden war, aus diesem schon als Neubau zur Ruine gewordenen Unding noch etwas Profitträchtiges zu machen.

Er ist inzwischen durch einen Nachfolger ersetzt worden, der wie eine Notbesetzung wirkt — ehrlich gesagt: Würde sich dieser Mensch nicht für so eine Menschen verachtende Scheiße hergeben, er hätte durchaus eine Chance, von mir einen Beutel Mitleid zu bekommen. Aber immerhin, er stellt sich dabei nicht mehr selbst als ein „ganz großer Lindener“ dar, wenn er vom „Lindenpark“ spricht…

Dies ist kein Lindenpark - Weder Linden noch ein Park - Und wir lassen uns auch nicht von irgendwelchen Werbern diese Scheiße als Bonbon andrehen!

Zeit für eine kleine Abschweifung.

Der Niedergang der traditionellen Printmedien ist der Aufstieg der offenen und verdeckten Reklame in diesen Medien. Ich kenne in meinem Umfeld keinen einzigen Zeitungsleser mehr. Jeder wache Mensch hat inzwischen mitbekommen, dass der so genannte „redaktionelle“ Teil einer typischen Zeitung fast ausschließlich aus wörtlich übernommenen Agenturmeldungen besteht, und dass dieser direkt aus dem NITF-Feed abgeschriebene Content mit so viel Reklame aller Art daher kommt, dass die Werbung über fünfzig Prozent des gesamten Umfanges der Zeitung ausmacht. Was in den Zeitungen als scheinbares journalistisches Produkt verbleibt, entpuppt sich durch bloßes Hinschauen zu einem großen Teil als abgeschriebenes PR-Geschafel derjenigen Werbekunden, die mit ihren geschalteten Anzeigen viel Geld in diesen sinnlosen Betrieb simulierten Journalis-Muses pumpen. Wer noch bei Verstand ist, der zahlt nicht auch noch Geld dafür, dass Werber seine Seele als psychologische Spielwiese für ihr perfides manipulatives Gestrokel missbrauchen. Das kann ich sehr gut verstehen — vor ein paar Jahren wurde ich selbst noch für diese Haltung noch von „Gebildeteren“ verlacht, inzwischen wird es eben etwas breiter bemerkt. Zudem macht es das Internet sehr viel leichter als eine derartige Zeitung möglich, an die gewünschten und für das eigene Leben relevanten Informationen zu kommen.

Kurz: Printmedien als allgemeine Informationsquelle sind tot. Sie haben es nur noch nicht bemerkt.

Ein interessantes Zwischenprodukt des Niederganges der Printmedien sind diese inflationär gewordenen Umsonst-Zeitungen, die wohl in jeder mittelgroßen Stadt die Briefkästen verstopfen. Sie reflektieren die nicht besonders tiefe Einsicht, dass man Menschen, die nicht mehr bereit sind, für eine als Zeitung getarnte Reklameschleuder Geld zu bezahlen, eben eine als Zeitung getarnte Reklameschleuder als kostenloses Angebot offerieren muss. Das Geschäft mit der „Zeitung“ ist hier ganz offen zum Geschäft mit dem einseitigen „Kommunikations“-Bestreben der Werber geworden.

Ende der Abschweifung.

Die sich selbst als „Linden-Limmer Zeitung“ (mit echtem Deppen Leer Zeichen) bezeichnende Postwurfsendung ist eine kostenlose „Zeitung“…

Linden-Limmer Zeitung

…die, wie der Name schon sagt, in den hannöverschen Stadtteilen Linden und Limmer in die wehrlosen Briefkästen gestopft wird, um Reklame aller Art zu transportieren. Dieses Produkt des Zehn Verlages kommt gar nicht zeitungstypisch auf schwerem, glänzendem Papier daher und verrät schon in dieser Dareichungsform seinen vorwiegend auf dem Blendglanz der Reklame beruhenden Charakter. Leider reicht das bloße Wort „Zeitung“ in seinem historisch gewachsenen Anshen für viele Menschen immer noch hin, so dass sie dieses Elaborat nicht zusammen mit dem anderen Postwurfmüll dem Altpapier überantworten und sogar darin zu lesen beginnen, als enthielte es irgend etwas Substanzielles.

Natürlich ist da auch etwas „redaktioneller“ Teil darinnen — und um zu zeigen, wie schamlos das „redaktionelle“ in dieser „Zeitung“ zur reinen Reklameschleuder verkommt, findet sich im Impressum dieser „Zeitung“ auch der folgende, sehr bemerkenswerte Text zur „inhaltlichen“ Gestaltung:

Sonder-Service:

Bei 6 Anzeigen besteht zusätzlich die Möglichkeit, Ihr Unternehmen mit einem eigenen Artikel vorzustellen.

Sie haben noch keinen Text und keine Bilder für einen Artikel? Dann beraten wir Sie gern und übernehmen die Ausarbeitung Ihres Artikels.

Auf diesem Hintergrund ist hoffentlich jedem Denkenden völlig klar, was von den „Inhalten“ eines solchen Käseblattes zu halten ist. Es sollte auch klar sein, wie der nachfolgend weidlich zitierte „Artikel“ aus der Dezember-Ausgabe entstanden ist.

Offenbar hat der derzeitge „Center-Manager“ für das triste Menschenschließfach zwischen Ihme und Blumenauer Straße aus dem Scheitern seines Vorgängers gelernt, dass die plumpe Macherpose eines „Managers“ eher eine gute und leicht zu treffende Zielscheibe für den angemessenen Spott ist. Und. Hat sich deshalb dazu entschlossen, eine Betroffene des langmonatigen Lebens und Arbeitens auf einer lärm- und dreckvollen Großbaustelle in der Linden-Limmer „Zeitung“ zu Worte kommen zu lassen. Wahrscheinlich hat er ihr auch noch gesagt, dass es „positiv“ klingen muss — und wird ihr wohl auch einen guten Deal für diese Mitarbeit angeboten haben. Das „Positive“ darin klingt aber doch — bei allem Bemühen — recht durchsichtig… :mrgreen:

Was bei diesem Reklame-Hirnpflug herauskam, muss man einfach gelesen haben, um so richtig diese Mischung aus Erheiterung und hilflosem Hass zu erfühlen, die es bei den Menschen in Linden auslöst (ein Klick auf das Vorschaubild gibt den Scan in gut lesbarer Auflösung wieder):

Gabriele Wedler, Bewohnerin des Ihmezentrums

Nachfolgend nun einige Ausschnitte aus diesem „Artikel“, mit zersetzenden Kommentaren gewürzt und um einige Richtigstellungen ergänzt, die man in der hannöverschen Millionärspresse leider niemals lesen wird.

Gabriele Wedler, Bewohnerin des Ihmezentrums

Mittlerweile wohne ich seit drei Jahren im Ihmezentrum. Nachdem der damalige Oberbürgermeister Schmalstieg sich entschieden hatte, das Investment für die geplante Revitalisierung des Ihmezentrums durch flankierende Stadtumbaumaßnahmen zu unterstützen, […]

Ja, Frau Wedler redet wie eine echte Frau aus dem Volk und nicht wie eine Maschine, die Marketinggeschwätz abspult. :mrgreen:

[…] habe ich meinen Kaufvertrag für eine sehr schöne Eigentumswohnung unterschrieben.

Und nicht nur das, Frau Wedler beurkundet in diesem Text auch gleich, dass sie ihrerseits sehr leicht auf Geschwätz reinfällt und dafür auch gern einen Batzen Geld hinlegt. Ein paar Gespräche in Linden hätten sie schnell davon überzeugt, dass in diesem Bau bislang alles gescheitert ist — und das war oft mit einem bisschen mehr Konzept verbunden und fiel nicht gerade zeitlich in eine riesige Finanz-, Immobilien- und Wirtschaftskrise.

Bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht eine dieser vielen Wohnungen im Ihmezentrum gekauft hat, von denen die Tapeten abfallen, in denen sich beunruhigende Risse in den Wänden zeigen oder ähnliche Anzeichen der maroden Substanz sichtbar werden. Es wäre doch bitter, wenn sie jetzt nicht nur in einem gnadenlos hässlichen Umfeld „wohnte“ (das Wort kommt übrigens vom mittelhochdeutschen „wunnen“, was so viel wie „glücklich sein“ bedeutet), sondern auch nach dem Schließen der Tür nicht verdrängen könnte, wie schlimm es wirklich ist. Aber das kann ja gar nicht sein bei so einer „sehr schönen“ Wohnung. 😉

Im Vorfeld hatte ich 89 Wohnungen in ganz Hannover angesehen, aber keine erfüllte meine Kriterien nach Zentrumsnähe, fußläufigen Einkaufsmöglichkeiten, guter Verkehrsanbindung, Fahrrad tauglichen Grünräumen, Wassernähe, Barrierefreiheit, Zuschnitt und Preis-Leistungsverhältnis so, wie die Wohnung im Ihmezentrum.

Ich weiß ja nicht, was für Löcher sich Frau Wedler sonst noch angeschaut hat. Aber offenbar kommt ihr das Ihmezentrum schon sehr entgegen, dieser Frau, die so volkstümlich vom „fußläufigen Kaufen“ daherplappert. Im Moment muss sie besonders viel per pedes laufen, wenn sie mal ein Brot kaufen will — denn es gibt kein einziges Geschäft mehr in dieser Betonburg, und da sich kaum ein gewerblicher Mieter, der noch bei Troste ist und nicht etwa einen gehörigen Verlust bilanzieren will, einen zehnjähigen Mietvertrag mit recht restriktiven Auflagen in diesem in Linden niemals akzeptierten Betonsarg aufschwatzen lassen wird, ist davon auszugehen, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. Für Bewegung im Alltag ist also auch in den kommenden Jahren ausreichend gesorgt.

Offen bleibt auch, wo Frau Wedler jetzt die Barrierefreiheit gesehen hat. Die letzte Möglichkeit für Körperbehinderte, die triste Burg zu erreichen — eine (übrigens nachträglich gebaute) Rampe mit einer Brücke — ist gerade entfernt worden. Auch mit den „Grünräumen“ sieht es nicht so toll aus, wenn man mehr als die Betonpfanzkübel dort haben will, dafür muss man das Ihmezentrum schon verlassen. Aber immerhin wird Frau Wedler in regelmäßigen Abständen zu ihrer „Wassernähe“ kommen, wenn die in einem Flusstal gebaute Tiefgarage mal wieder bei einem saisonal typischen Hochwasser absäuft.

Aber Frau Wedler kümmert sich ja nicht so sehr um die Wirklichkeit…

Natürlich war die Entscheidung geprägt durch die neuen Konzepte zu der Revitalisierung, mit denen ich mich sehr intensiv auseinander gesetzt hatte.

So sehen die feuchten Träume der Ihme-Zentrum-Umbauer gerendert aus…sondern setzt sich lieber „sehr intensiv“ mit den Versprechern und Versprechungen derer auseinander, die mit toll gerenderten Bildern eine goldene Zeit des Ihmezentrums und ansonsten das Blaue vom Himmel herunter versprechen. Wahrscheinlich kommt von dieser speziellen Lektüre auch ihre bemerkenswerte Fähigkeit zum sprachlichen Ausdruck, die sich vom Reklameblah gar nicht recht unterscheiden lässt — kein Wunder, dass es bei solcher Sprache auch im Denken Probleme gibt, wenn einmal die architektonische Hölle von einem Paradiese unterschieden werden soll.

Aber Frau Wedler hat ja noch mehr Gründe, warum sie ausgerechnet dort „wohnen“ will:

[…] Außerdem wurde ich in meiner Entscheidung beeinflusst, weil im Rahmen der städtischen Maßnahmen auch ein Mietvertrag für den Fachbereich Senoiren für die Ihmepassage 3-5 geschlossen wurde, für den ich arbeite.

Nun, ein Bild sagt ja manchmal mehr als tausend Worte. 😈

Aber damit hat sich erstmal das „Positive“ erschöpft, es wirkt ja auch gezwungen genug:

[…] die Schwierigkeiten, die mit der Sanierung verbunden sind. Keine der vorhandenen Zeichnungen entsprach dem Bestand, die verschiedenen Raumgrößen und Geschosshöhen und waren nicht dokumentiert, und bei jeder Leitung fragte man sich, woher sie kommt und wohin sie geht.

[Die Konjunktion „und“ ohne Fortsetzung entspricht dem Original]

Was sich schon in der maroden und viel zu schnell zerfallenden Bausubstanz in voller Blüte zeigt, hatte offensichtlich seine Wurzel schon in der Planung — und alle Pläne sind völlig unbrauchbar. Der Pfusch an diesem Bau wird eben überall durch bloßes Hinschauen sichtbar.

Interessant ist hier, dass irgendwie nach dem zweiten „und“ etwas zu fehlen scheint, was offensichtlich nicht so vorteilhaft war und deshalb gestrichen wurde. Angesichts des beschriebenen Zustandes wird einem da ganz anders…

Da wundert einen…

Zudem musste alles am Bestand sehr viel umfänglicher renoviert werden, als ursprünglich gedacht.

…doch gar nichts mehr. Und schon gar nicht, dass sich diese werbetüchtige Frau Wedler schon selbst mit dümmsten Reklamesprüchen darin motiviert, jeden Tag ein neues Häppchen Scheiße zu fressen:

Aber, wie heißt es in der Werbung so schön: „Wenn Du es dir vorstellen kannst, dann kannst du es auch bauen“ […]

Schon klar. Bleibt nur zu hoffen, dass der mit diesem claim werbende Baumarkt seine Assoziation mit der baulichen Katastrophe des Ihmezentrums nicht als eine Form der Geschäftsschädigung empfindet. :mrgreen:

Und bei allem New-Age-verblendeten Positivgelaber werden doch auch die wirklichen Eindrücke des Lebens und Arbeitens auf einer Großbaustelle nicht vergessen:

[…] haben Handwerker mit Wasser gekühlten Kreissägen die alten Betonbecken […] austrennen müssen […]

Ah, ein ganz leckeres Geräusch! Das Sägen von Stahlbeton! Was wird diese Burg wohl für einen Körperschall haben?! 😦

Bis zu fünf Männer waren an nur einer Stelle eine Woche damit beschäftigt, mit dicken Bohrmaschinen den Beton aus den Zwischenräumen der vorhandenen Bewehrungs-Eisen zu entfernen […]

Da kann man doch voll konzentriert Büroarbeiten machen oder sich in seine schöne Wohnung zurückziehen, wenn sirrend, quietschend und schrecklich das Metall auf dem Metall schabt. Frau Wedler, das hier glaube ich Ihnen aufs Wort:

[…] sind die entstandenen Lärmbelästigungen […] manches Mal unerträglich.

Aber der Glaube soll ja Berge versetzen:

Ich glaube nach wie vor fest daran, dass der Linden Park nach seiner Fertigstellung für ein großes Einzugsgebiet attraktiv werden wird.

Zwar hat dieser Glaube in diesem Jahr nicht einmal die für das Projekt benötigten Gelder bewegen können, so dass die Arbeiten für viele Wochen ruhen musten; zwar scheint im Moment nur das Nötigste getan zu werden, um eine weitere Beschädigung der Bausubstanz in den Wintermonaten gering zu halten; aber man glaubt doch wenigstens. Mehr hat man ja nicht — neben seiner „sehr schönen Wohnung“. Wenn so ein Text nicht bezahlt oder durch geldwerte Vergünstigungen erkauft wurde, denn offenbart er ein Maß an inappelabler Verblendung und von Selbstbetrug, dass (nicht nur) mir glatt die Spucke wegbliebe. Aber so viel Dummheit will ich niemanden unterstellen, nur weil er (oder sie) dumme Reklame macht.

Das neue Konzept mit den offenen Fachmarktzentrum […]

…für das es übrigens noch keinen einzigen gewerblichen Mieter gibt.

[…] den großen Parkflächen […]

…die alle zwei bis drei Jahre nach dem Hochwasser vom stinkenden Schlamm und von verendeten Fischen befreit werden müssen.

[…] der zum Schlendern einladenen Shoppingmall […]

…für die übrigens noch kein einziger Mieter in Sicht ist — aber wenn man mit „shopping“ und „mall“ schon doppelt gemoppelt spricht, nimmt man es wohl in Kauf, wenn auf der anderen Seite die Läden einfach leer stehen.

[…] und einem nahen aufgewerteten, reizvollen Flussufer […]

…das wohl viel mehr Menschen durch den Anblick der kalten Betontürme entwertet und kotzreizerregend finden werden, und das gerade auch auf der anderen Seite durch bauliche Maßnahmen zusätzlich entwertet wird, mit denen die Hochwassergefahr ein bisschen eingedämmt werden soll — scheiß auf die 200 Bäume, die dafür plattgemacht werden, und scheiß auf den Kinderspielplatz am UJZ Glocksee.

[…] birgt alle Chancen als Magnet für den […]

…Pleitegeier? 😈

Nein, es ist der…

[…] Stadteil.

*prust!* 😆

Aber zum Ende hat Frau Wedler sogar vorausgesehen, dass ich ihre Schreibe zu lesen kriegen würde, wenn sie schreibt:

Kein Verständnis habe ich hingegen für die oft negativen oder zynischen Kommentare oder Berichterstattungen, die jeder Grundkenntnis der Situation entbehren und in hohem Maß schädigend sind.

Nun, sie brauchen mich nicht zu lesen, Frau Wedler. Ich stopfe meine Texte nicht ungefragt in die Briefkästen der Betroffenen; ich hätte — genau wie die Betroffenen — auch gar nicht das Geld dafür. Sie sollten ihrerseits einmal ihre „Grundkenntnis der Situation“ vertiefen, indem sie erstens mit Menschen aus Linden sprechen und indem sie sich zweitens einmal anschauen, was seit den Siebziger Jahren alles in dem von ihnen so beflissen angepriesenen Bau gescheitert ist. Vielleicht empfinden sie im Verlaufe dieser Beschäftigung sogar noch so viel persönliche Ehre, dass sie fortan ihre Verachtung für die Menschen in Linden nicht mehr zu Werbezwecken instrumentalisieren lassen. Aber ehrlich gesagt: ich als Mensch, der in Linden seine Heimat (verstehen sie so ein Wort überhaupt noch?) hat, ich glaube nicht daran. Ich habe genug von Ihresgleichen reden gehört und schreiben gelesen.

Und zu guter Letzt ist ihrem unverschämt dreisten Fatalismus, mit dem sie ein neues Grab für investiertes Geld rechtfertigen wollen…

Was wäre die Alternative?

…nur ein einziges Wort entgegenzuhalten: Sprengung.

Ich hatte in den letzten Tagen viele Gespräche in Linden, und es war gerade dieser Artikel, der vielen Menschen den Kragen hat platzen lassen. Tatsächlich bildet sich gerade eine lockere Initiative, die beabsichtigt, der systematischen Fehlinformation durch die Millionärspresse der Stadt Hannover ein lokal wirksame Aufklärung entgegenhalten will — bleibt nur zu hoffen, dass diese Initiative nicht im Sande verläuft. Sie kann sich meiner wärmsten Sympathie und meiner schreibenden und gestalterischen Mitarbeit gewiss sein. (Und am Tag der Sprengung dieser monströsen Betonburg zwischen Blumenauer Straße und Ihme kann sich jeder anschauen, wie ich auf der Limmerstraße tanze — ich werde aber gewiss nicht der einzige sein.)

Ganz besondere Grüße zum trüben Fest gehen an Claudia und Tabby, an Olaf, an Frank und an den Dwarslöper.

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