Es ist ja nicht so, dass eine unregulierte, sich in verantwortungsloser Dynamik entfaltende Marktwirtschaft nicht ihre Stärken hätte. Oh nein, sie kann Großes hervorbringen. Sogar. Spitzenleistungen. Und der zur Ideologie gehörige Wettbewerb — wie sehr dieses Wort doch nach harmloser Wettlust klingt, wo es einen Kampf eines jeden Menschen gegen jeden Menschen ums Überleben meint — kann eine kaum für möglich gehaltene Optimierung aller Prozesse überall dort hervorbringen, wo das Geld, der grimme Fetisch dieses Wettbewerbes, allein die Regeln diktiert. So sehr. Diese Optimierung unter der Fuchtel dieses Fetischs auch zum Selbstzweck geraten kann. Das muss man anerkennen. Und niemals darüber vergessen, wo die verantwortungslose Dynamik eines totalitären Wettbewerbes ihre Schwächen hat und Ergebnisse hervorbringt, deren „Größe“ ins Monströse abgleitet und die von keinem mit Empathie ausgestatteten Wesen gewünscht werden kann. Da, wo das Leben selbst allein durch die Brille des Geldfetischs betrachtet wird, da wird es flugs „hinwegoptimiert“, so es nicht für irgendeinen Teilnehmer des wirtschaftlichen Wettbewerbes Profit verspricht. Überall, wo die Menschen als Kinder, Kranke, Alte, Empfindsame, Nachdenkliche oder im ewigen Kampf Verbrauchte und deshalb Anfällige nicht mehr zur Gewinnschöpfung dienen können, stehen sie dem Selbstzweck der Optimierung unter den Bedingungen eines totalitären Wettbewerbes im Weg und führen nicht zu irgendeinem wirtschaftlichen Engagement, sondern werden mit großer Gleichgültigkeit als Kollateralschaden hingenommen. Die gleichen Unternehmer und ihre Mietmäuler aus diversen Propagandavereinen, die in anderem Zusammenhang gar nicht laut genug nach der immer weiter gehenden Rücknahme des Staates aus dem gesellschaftlchen Prozesses brüllen können, rufen genau für diesen Abrieb der Gesellschaft nach dem Staat und seinen Leistungen; bevorzugt Geldleistungen, damit diese marginalisierten Menschen wenigstens noch Konsumenten sein können und auf diese Weise in der wirtschaftlichen „Logik“ wieder sinnvoll werden. Der Profit soll privatisiert sein, aber die gesellschaftlichen Folgen des Profits Weniger sollen der ganzen Gemeinschaft eines Staates und damit der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Ist ein solches Aufbürden nicht mehr möglich, so zeigt die totalitär verstandene Marktwirtschaft ihre faschistoide Fratze, indem sie die Vernachlässigung menschlichen Lebens fordert, gleich, wie sehr die Existenz der von solcher Forderung betroffenen Menschen auch gefährdet wird — selbst das Hinwegsterben der so nach wirtschaftlichen Kriterien selektierten Menschen würde mit kaufmännisch kalter Addiermaschine in Kauf genommen, um die weitere und inhärent antisoziale Privatisierung der Profite nicht zu gefährden. Hier zeigt sich. Wie das angestrebte Ideal solcher Ideologie in seiner Wirklichkeit heißen müsste. Es ist. Eine. Mordwirtschaft.